Die Sonne lacht heute über Köpenick. Aber von eitel Sonnenschein sind die Eisernen rund um die Alte Försterei weit entfernt. Zu 14 Uhr bittet Trainer Urs Fischer die Spieler des 1. FC Union zur ersten Trainingseinheit der Woche. Nach dem 0:2 gegen Hoffenheim steht in der für die Fans offenen Übungsrunde einiges an Aufräumarbeit an.
Auf dem Baum war der Trainer am Sonnabend. Die erste Halbzeit bezeichnete er als „Nicht-Leistung“. In der Pause wurde er sehr laut. Ungewöhnlich beim 1. FC Union und definitiv für einige eine neue Erfahrung, die die Sinne schärft. Große Frage: Wie dribbelt der Coach heute auf?
Der 1. FC Union dreht im Zeitraffer an den Schrauben
Der Ärger sollte verflogen sein. Aber auf dem Programm für die Woche hat Fischer all das, was nicht gelaufen ist. Im Zeitraffer muss an den Stellschrauben gedreht werden, damit es am Sonnabend in Heidenheim kein böses Erwachen gibt.

Die Basis: Das Beste am Hoffenheim-Spiel war die zweite Halbzeit. Fischer: „Die Ansprache in der Pause hat gefruchtet, wenn auch nicht durch Tore untermauert, aber wenigstens, was die spielerische Überlegenheit betrifft.“ In allen offiziellen Statistiken lagen die Unioner vorn. Allein bei den Torschüssen gab es ein Verhältnis von 22:11 für die Eisernen.
Die Abwehr: Alles dreht sich um Leonardo Bonucci. Der Europameister vermasselte sein Debüt durch den verschuldeten Elfmeter und kam auch beim zweiten Hoffenheimer Tor zu spät.
Italiens Presse nennt Bonuccis Spielweise naiv
Bis in sein Heimatland Italien schlug das Spiel Wellen. Von einer „desaströsen“ Premiere schrieb die Gazzetta dello Sport. Bonuccis Fehlverhalten im Zweikampf mit Hoffenheims Andrej Kramaric, das zu einem Elfmeter-Gegentor führte, nannte das Blatt „naiv“. Fischer widerspricht da nicht, schließt Bonucci in die Kritik namentlich mit ein: „Die erste Halbzeit geht so nicht. Wir waren einfach nicht da. Das gilt auch für Leo.“ Damit muss es auch gut sein. Durch die Verletzung von Robin Knoche ist Bonucci nahezu alternativlos. Er und Union müssen alles tun, dass es Sonnabend passt.
Das Mittelfeld: Auch hier fehlt mit Rani Khedira ein ganz wichtiger Spieler. Gut für Fischer: Alternativen gibt es ausreichend. Hier müssen die Spieler, die auf dem Platz stehen, einfach die Pace auf den Rasen bringen.
Der Angriff: Nach je vier Toren in den ersten beiden Spielen hat die Abteilung Offensive Ladehemmung. „Am Ende müssen wir Stürmer treffen. Wenn wir keine Tore machen, wird es schwer“, sagt Kopfball-Spezialist Kevin Behrens, der gegen Hoffenheim nicht einmal das leere Tor traf.



