Fünf Spielzeiten raste der 1. FC Union auf der Überholspur. Höher, schneller, weiter - es schien keine Grenzen zu geben. Jetzt stottert plötzlich der Motor mal und die Pessimisten auf der wundersamen Reise sind im Aufwind. Ihnen ging das alles dann doch viel zu schnell.
Aber, was hätte Union denn tun sollen? Absichtlich vergangene Saison am letzten Spieltag nicht gegen Bremen gewinnen, damit es nicht mit der Champions League klappt? Quatsch. Die Spieler des 1. FC Union sind Leistungssportler. Und Leistungssportler streben nach dem Maximum. Fünf Jahre persönliche Bestleistung in Folge tauscht man nicht gegen weniger, weil man es vielleicht später nie mehr toppen kann. Usain Bolt lief seinen 100-Meter-Weltrekord 2009 in Berlin und danach nie mehr so schnell. Hätte er im Olympiastadion etwa langsamer laufen sollen? Oder Leicester City, die vergangene Saison aus der Premier League abgestiegen sind, 2016 nicht Meister werden sollen? Quatsch.
Der 1. FC Union wird auch wieder erfolgreich sein
Leistungssportler nehmen sich den Erfolg, wenn sie es können. Der 1. FC Union hat das getan und wird es wieder tun. Denn die temporäre Ergebnisdelle ist erklärbar. Hier haben die Spieler nicht ihren Job verlernt. Sie liefern aus verschiedensten Gründen nur gerade nicht konstant ihre Bestleistung ab. Und: Hier sind andere einfach auch mal besser. Das ist normal im Leistungssport und bei keinem besser eingepreist als bei Union. Wer hat gelacht, wenn Union, wann auch immer, von den 40 Punkten gesprochen hat?

