Zweite Heimpleite

Reale Wirklichkeit: Der 1. FC Union kann nicht mehr gewinnen

Gegen die TSG Hoffenheim kassieren die Eisernen mit 0:2 die vierte Pleite in Folge.

Author - Matthias Fritzsche
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Hoffenheims Maximilian Beier (Mitte) feiert sein 2:0 mit Anton Stach (r.) , Unions Leonardo Bonucci (l) mag gar nicht hinschauen.
Hoffenheims Maximilian Beier (Mitte) feiert sein 2:0 mit Anton Stach (r.) , Unions Leonardo Bonucci (l) mag gar nicht hinschauen.Ronny Hartmann/AFP

Schwere Zeiten für den 1. FC Union. Gegen die TSG Hoffenheim setzt es mit 0:2 die zweite Heimpleite in Folge - gab es noch nie. Es ist auch die vierte Pleite am Stück. Kassierten die Eisernen zuletzt im Frühjahr 2020. Damals bekamen sie in der Corona-Saison die Kurve. Das soll am nächsten Sonnabend bei Aufsteiger Heidenheim auch so sein.

Den ersten Rückschlag setzt es für den 1. FC Union noch vor dem Anpfiff. Alexander Kral muss das Warmmachen abbrechen. Die Zehenverletzung aus dem Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Real Madrid (0:1) lässt einen Einsatz nicht zu. Brenden Aaronson rutscht ins Team.

Mit Anpfiff entwickelt sich eine verdammt zähe Angelegenheit. Hoffenheim strotzt nach drei Siegen in Serie vor Selbstbewusstsein, Union sucht irgendwie den Weg ins Spiel. Doch der will sich nicht finden lassen. Und von Minute zu Minute neigt sich die Waage Richtung TSG.

Ein Zupfer von Leonardo Bonucci führt zum Elfmeter gegen Union

Ein langer Ball auf Andre Kramaric knackt dann die eiserne Abwehr. Leonardo Bonucci nimmt bei seinem Startelf-Debüt in der Bundesliga die Hand zu Hilfe, hält Kramaric an der Schulter und der Pfiff ertönt. Den Elfer verwandelt Kramaric sicher, auch wenn Frederik Rönnow in die Ecke fliegt.

Mit dem 0:1 ist die Aufgabe für Union noch schwerer, aber der Zugriff der Eisernen auf die Partie bleibt begrenzt. Während die Unioner ihre schwächste Halbzeit der Saison spielen, bleibt Hoffenheim cool und macht durch Maximilian Beier auf Vorlage des Ex-Unioner Grischa Prömel das 2:0 (38.). Pech für Bonucci: Auch hier kommt der Europameister den einen Schritt zu spät. Vier Minuten später hat Union mal Glück. Einen Elfmeter für Hoffenheim kassiert der Videoschiedsrichter, das Foul war knapp außerhalb des Strafraums. Puh.

Union macht nach der Pause mit drei Stürmern Alarm

In der Halbzeit klappert‘s bei Union und mit Wiederanpfiff ist wesentlich mehr Leidenschaft auf dem Platz. David Fofana darf für Aaronson ran und mit drei Stürmern startet Union die Aufholjagd. Aber so richtig gefährlich wird es nicht, Chancen bleiben Mangelware. Bis Hoffenheim Union den Anschluss auflegt. Aber Kevin Behrens schiebt einen TSG-Fehlpass am leeren Tor vorbei (59.).

Diese Szene bringt Union den Schwung, den es braucht, wenn sie erstmals in der Bundesliga ein 0:2 noch drehen wollen. Zeitweise schwimmt Hoffenheim, der Anschluss liegt in der Luft. Aber jetzt fühlen sich die Eisernen irgendwie wie Real Madrid drei Tage zuvor im Champions-League-Spiel. Die Kugel will nicht in die Kiste. Und so läuft der 1. FC Union erneut am Happyend vorbei. Die Kräfte lassen von Minute zu Minute mehr nach und der Schlusspfiff ist irgendwie auch eine Erlösung. Drei Tage nach dem Champions-League-Debüt in Madrid ist der Akku leer, sowohl körperlich als auch geistig. 

Der 1. FC Union hat Flasche leer. Aber nun sieben Tage  Zeit, zurück in die Erfolgsspur zu finden. Keine Englische Woche vor dem Spiel bei Aufsteiger Heidenheim ist Trainer Urs Fischers größter Trumpf, seine Unioner auf Kurs zu bringen.