Erst jahrzehntelang hart geschuftet – und dann gibt es im Ruhestand nur eine schmale Rente. Bestimmte Geburtsjahrgänge stehen bei der gesetzlichen Rente schlechter da als andere. Besonders in Ostdeutschland wirken sich die Folgen der Wiedervereinigung bis heute aus. Zeiten der Arbeitslosigkeit und Kinder-Auszeiten, aber auch Rentenreformen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Welche Jahrgänge die Verlierer im Rentenlotto sind.
Warum manche Generationen deutlich schlechter dastehen
Immer wieder fällt der Begriff der „Rentenverlierer“. Gemeint sind damit Menschen, deren Rentenansprüche durch gesellschaftliche Veränderungen, Reformen oder Einschnitte im Berufsleben besonders stark geschmälert wurden.
Die gesetzliche Altersversorgung basiert auf dem Umlageprinzip: Die Beiträge der Beschäftigten finanzieren die Renten der heutigen Ruheständler. Gleichzeitig verändert sich die Bevölkerungsstruktur. Während Anfang der 1960er-Jahre noch rund sechs Beitragszahler auf einen Rentner kamen, sind es heute nur noch etwa zwei. Diese Entwicklung beeinflusst das Rentensystem nachhaltig.

Doch nicht nur der demografische Wandel spielt eine Rolle. Auch Lücken im Berufsleben oder politische Reformen können sich später deutlich auf die Rentenhöhe auswirken.
Im Osten hinterließ die Wende tiefe Spuren in den Erwerbsbiografien
Vor allem auch viele Ostdeutsche sind und werden von vergleichsweise niedrigen Renten betroffen sein. Nach der Wiedervereinigung verloren zahlreiche ehemalige DDR-Bürger ihre Arbeitsplätze, viele waren über längere Zeit ohne Beschäftigung.
Diese Phasen führten dazu, dass weniger Entgeltpunkte für die gesetzliche Rente gesammelt werden konnten. Hinzu kamen in manchen Regionen der wirtschaftliche Umbruch, der Verlust vieler Industriearbeitsplätze sowie häufiger Teilzeitbeschäftigung.
Auch Minijobs spielten bei niedrigen Renten eine große Rolle, und das deutschlandweit. Sie sind erst seit 2013 grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Wer sich von dieser Pflicht befreien ließ oder zuvor lediglich pauschal abgesichert war, konnte entsprechend weniger Rentenansprüche aufbauen.
Diese Jahrgänge müssen besonders genau hinschauen
Ab Jahrgang 1964: Menschen, die 1964 oder später geboren wurden, gehören zu den ersten, für die die Regelaltersgrenze vollständig bei 67 Jahren liegt. Wer ohne Abschläge in den Ruhestand gehen möchte, kann dies regulär erst ab 2031.
Ein früherer Renteneintritt ist zwar möglich, führt jedoch zu finanziellen Einbußen. Damit trägt dieser Jahrgang als erster die vollständigen Folgen der Anhebung des Rentenalters.

Und auch im Osten verloren damals viele aus diesen Jahrgängen, die zur Wende 25 und jünger waren, ihre Jobs, weil Firmen schlossen.
Späte 50er- und frühe 60er-Jahrgänge: Wer Ende der 1950er- oder Anfang der 1960er-Jahre geboren wurde, wurde gleich von mehreren Entwicklungen erfasst, wie auch das wie auch das Portal „gegen-hartz“ berichtet.
Zum einen greift für diese Generation der seit 2005 geltende Nachhaltigkeitsfaktor. Er verbindet die Rentenanpassungen mit der demografischen Entwicklung. Sinkt die Zahl der Beitragszahler im Verhältnis zu den Rentenempfängern, fallen Erhöhungen der Renten geringer aus.
Zum anderen fällt bei vielen dieser Menschen die deutsche Wiedervereinigung mitten in das Erwerbsleben. Arbeitsplatzverluste und berufliche Neuanfänge führten häufig zu Brüchen in der Beschäftigung – mit Folgen für die späteren Rentenansprüche.
Frauen der Geburtsjahrgänge zwischen 1955 und 1970: Hier sind vor allen Dingen Frauen aus dem Westen im betroffen. Da gab es viel mehr hausfrauen, die von ihren Männern finanziell abhänig waren.
Der Grund für die geringen Renten liegt hier häufig in Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit, etwa wegen Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen. Hinzu kommen Teilzeitbeschäftigung und Minijobs, die oftmals nicht zu einer vollen Zahl an Entgeltpunkten führen. Trotz Verbesserungen durch die Anrechnung von Kindererziehungszeiten bleibt der sogenannte Gender Pension Gap deutlich bestehen.




