Oberösterreich

Abenteuer Alpen: Wie eine Tour für eine Dresdner Familie zur teuren Rettungsaktion wurde

Eine Familie musste mit zwei Hubschraubern aus dem österreichischen Dachsteingebiet gerettet werden. Für den Einsatz könnten nun hohe Kosten fällig werden.

Author - Stefan Henseke
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Ein Hubschrauber der österreichischen Bergrettung evakuiert Bergwanderer in Not (Symbolfoto).
Ein Hubschrauber der österreichischen Bergrettung evakuiert Bergwanderer in Not (Symbolfoto).Rene Traut/imago

Was als Familienausflug in die österreichischen Alpen begann, endete mit einem Großeinsatz der Bergretter und einer möglicherweise saftigen Rechnung. Eine fünfköpfige Familie aus Dresden musste im Dachsteingebiet aus Bergnot gerettet werden. Nun drohen Kosten von mehreren tausend Euro.

Familie aus Dresden verirrt sich in den Alpen

Die beiden 35 Jahre alten Eltern waren gemeinsam mit ihren drei Kindern im Alter von drei, sechs und acht Jahren am Krippenstein in Oberösterreich unterwegs, wie das Interportal alpin.de berichtet. Ziel der Wanderung war die beliebte Simonyhütte. Doch der Ausflug entwickelte sich zu einer gefährlichen Odyssee.

Nach Angaben der Landespolizeidirektion Oberösterreich hatten die Sachsen zunächst die Krippensteinbahn genutzt und wollten anschließend über den hochalpinen Trägerweg zur Hütte aufsteigen. Schon zu Beginn der Tour kam es jedoch zu Problemen: Die Familie fand den richtigen Abzweig nicht, irrte zeitweise umher und verlor wertvolle Zeit.

Als sie schließlich auf dem vorgesehenen Weg unterwegs war, zeigte sich schnell, dass die Strecke deutlich anspruchsvoller war als erwartet. Hinzu kam eine Wetterentwicklung, die die Situation weiter verschärfte.

Krippenstein-Wanderung endet im Regen-Chaos

Die Familie hatte auf eine Wetterbesserung gehofft. Stattdessen zogen dichte Wolken auf. Kräftige Regenschauer und starker Wind machten den Aufstieg immer schwieriger. Obwohl die Wanderer Regenkleidung dabeihatten, waren sie den Bedingungen auf rund 2100 Metern Höhe zunehmend ausgeliefert.

Nach etwa sieben Stunden in den Bergen waren die Kräfte der gesamten Familie aufgebraucht. Besonders kritisch: Die drei- und die sechsjährige Tochter zeigten laut Polizei bereits deutliche Anzeichen einer Unterkühlung.

Gegen 16.30 Uhr setzte die Familie einen Notruf ab beziehungsweise informierte den Hüttenwirt der Simonyhütte. Der reagierte sofort und alarmierte die Rettungskräfte.

Zwei Rettungshubschrauber bringen Familie ins Tal

Weil die Situation als ernst eingeschätzt wurde, rückten Bergretter und gleich zwei Rettungshubschrauber aus. Die Eltern und ihre drei Kinder wurden schließlich sicher ins Tal geflogen. Über mögliche Verletzungen oder eine weitergehende medizinische Behandlung wurden zunächst keine Details bekannt.

Die Familie aus Dresden war zur Simonyhütte im Dachstein-Gebirge unterwegs.
Die Familie aus Dresden war zur Simonyhütte im Dachstein-Gebirge unterwegs.Volker Preußer/imago

Doch mit der erfolgreichen Rettung ist die Geschichte für die Familie offenbar noch nicht beendet. Denn in Österreich müssen Bergungs- und Sucheinsätze in den meisten Fällen von den Betroffenen selbst bezahlt werden.

Bergrettung in Österreich kann mehrere tausend Euro kosten

Wie der Landesverband Oberösterreich der Bergrettung mitteilte, wird für Einsätze ein einheitlicher Satz von 612 Euro pro Stunde berechnet. Besonders teuer können jedoch die Hubschrauber werden. Nach Angaben von Christoph Preimesberger, der vor Ort der Einsatzleiter war, schlagen diese mit etwa 100 Euro pro Flugminute zu Buche, wie er dem MDR sagte. Da beim Einsatz am Krippenstein gleich zwei Helikopter beteiligt waren, könnte die Rechnung am Ende mehrere tausend Euro betragen.

Die genaue Summe steht allerdings noch nicht fest. Die Abrechnung des Einsatzes läuft nach Angaben der Bergrettung derzeit noch.

Preimesberger sprach im MDR von einer „anspruchsvollen Wanderung für die Kinder“. Positiv sei gewesen, dass die Eltern rechtzeitig Hilfe angefordert hätten, bevor die Lage noch gefährlicher wurde.

Der Einsatz ist kein Einzelfall. Allein im Juli musste die Bergrettung in Oberösterreich nach Angaben des Landesleiters bereits rund 70 Mal ausrücken. Insgesamt wurden in diesem Jahr dort schon etwa 270 Rettungseinsätze registriert. Besonders wechselhaftes Wetter, Selbstüberschätzung und mangelnde Ortskenntnis sorgen immer wieder für gefährliche Situationen in den Alpen.