Wer dieses Naturschauspiel sehen möchte, muss Glück haben – denn diese Wolken sieht man am Himmel über Deutschland nur selten. Asperitas-Wolken sehen aus, als würde ein Meer toben! Riesige Wellen ziehen sich am Himmel entlang, das Licht trägt sein Übriges zum wahnsinnigen Aussehen bei. Aber: Wie entstehen diese besonderen Wolken und was hat es damit auf sich?
Auch in Deutschland sorgen solche Asperitas-Wolken gelegentlich für erstaunte Blicke. „Hab das in Norddeutschland die letzten Jahre häufiger gesehen, wenn auch selten in dieser starken Ausprägung“, schreibt ein Nutzer zu einem beeindruckenden Video von Asperitas-Wolken, das auf Reddit groß diskutiert wurde. „Total irre... es sieht aus, als ob man unter einem Stück Stoff ist“, kommentiert ein anderer.
Was sind Asperitas-Wolken überhaupt?
Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „aufgeraut“ oder „aufgewühlt“ – und genau das beschreibt das Erscheinungsbild ziemlich treffend. Von unten betrachtet wirkt die Wolkenunterseite wie eine raue Meeresoberfläche, die man aus der Vogelperspektive betrachtet, nur eben verkehrt herum. Fachlich zählt Asperitas zu den sogenannten Wolken-Sonderformen und tritt meist bei Altocumulus- oder Stratocumulus-Wolken auf. Damit ist sie eng mit der Unterart Undulatus verwandt, die für wellenförmige Muster steht.
Ein Wolkentyp, der noch gar nicht so alt ist
Besonders spannend: Asperitas ist einer der jüngsten Neuzugänge im internationalen Wolkenatlas der Weltorganisation für Meteorologie. Erst im Jahr 2009 wurde die besondere Wolkenform für den Atlas vorgeschlagen. Sichtungen gab es allerdings schon wesentlich länger! Schon in den 80er-Jahren dokumentierte eine Wolkenexpertin aus Colorado solche Wolkenformationen. Erste öffentlich bekannte Fotos der Formation gehen auf das Jahr 2006 zurück, als eine Frau aus Iowa das ungewöhnliche Muster am Himmel fotografierte.

Wissenschaftlich vorgeschlagen wurde die Aufnahme als eigener Wolkentyp zwar schon im Jahr 2009, offiziell anerkannt wurde die Bezeichnung erst am 23. März 2017 – anlässlich des Weltmeteorologietags. Damit ist Asperitas eine der wenigen Wolkenformen, die erst in jüngerer Vergangenheit benannt wurde.
Warum sieht der Himmel dabei so bedrohlich aus?
Trotz des dramatischen Anblicks gilt: Asperitas-Wolken lösen sich in der Regel auf, ohne dass daraus ein Sturm oder Unwetter entsteht. Auch wenn manch einer bei Reddit sie als „Endzeitwolken“ bezeichnet, sind sie eher ein Zeichen dafür, dass sich ein Sturm verzieht. Das Hauptgebiet der Asperitaswolken sind übrigens die Staaten der Great Plains in den USA, der „großen Ebenen“. Dazu gehören die Gebiete zwischen den kanadischen Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba im Norden und dem US-Bundesstaat Texas im Süden. Meist treten die Wolken nach einem Gewitter auf.
Wie entstehen die Asperitas-Wolken am Himmel?
Ihre genaue Entstehung ist bis heute nicht vollständig geklärt. Meteorologen vermuten, dass sogenannte Schwerewellen zwischen unterschiedlichen Luftmassen eine wichtige Rolle spielen. Das bedeutet: Treffen feuchtere und trockenere Luftschichten in wechselnder Strömung aufeinander, entstehen genau jene chaotisch-wellenförmigen Strukturen, die das Phänomen so einzigartig machen und den Asperitaswolken ihre besondere Form geben. Häufig treten sie an Luftmassengrenzen auf – dort, wo sich zwei unterschiedliche Wetterlagen im wahrsten Sinne des Wortes reiben.




