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Gewitter-Horror in der Felsenbühne Rathen: Ein Toter, Feuerwehr suchte Vermisste

Deutschlands schönstes Naturtheater in der Sächsischen Schweiz ist verwüstet: Bei einem Unwetter stürzten Bäume um, ein Mann (28) starb.

Author - Florian Thalmann
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Die Felsenbühne Rathen ist das schönste Naturtheater Deutschlands, ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Einheimische. Doch hier kam es am Freitag zur Gewitter-Tragödie.
Die Felsenbühne Rathen ist das schönste Naturtheater Deutschlands, ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Einheimische. Doch hier kam es am Freitag zur Gewitter-Tragödie.Steffen Unger/imago, Jonas Schubert/xcitepress/dpa

Sie ist eine der schönsten Naturbühnen Deutschlands – und ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, aber auch für die Anwohner in der Sächsischen Schweiz: Die Felsenbühne oberhalb des Kurortes Rathen. Am Freitagabend sollte hier das Musical „Der kleine Horrorladen“ aufgeführt werden, die diesjährige Sommerinszenierung der Naturbühne. Doch dann suchte ein schweres Unwetter das Gebiet heim. Ein Mann (28) kam ums Leben, als ein Baum umstürzte, etliche Menschen wurden verletzt. Die Vorstellungen in dem beliebten Naturtheater sind vorerst abgesagt.

Horror-Video zeigt Unwetter an der Felsenbühne Rathen

Videos aus dem Gebiet zeigen, wie heftig das Unwetter über die Felsenbühne hereinbrach: Ein Amateurclip, der auf Instagram veröffentlicht wurde, zeigt die brutalen Sturmböen mit peitschendem Regen, dann bricht plötzlich ein Baum herunter und wird vorbeigeweht.

Glück im Unglück: Das Gewitter brach über 18 Uhr über das Gebiet herein, die Vorstellung des Musicals „Der kleine Horrorladen“ hatte da noch nicht begonnen. Nur wenige Besucher hielten sich deshalb zum Zeitpunkt des Unwetters auf dem Gelände auf.

Doch auf dem Zugangsweg zur Bühne – die meisten Besucher wandern vom Kurort Rathen in das beliebte Naturtheater – ereignete sich die Tragödie. Hier brach ein Baum um, erschlug einen 28 Jahre alten Mann. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn noch in ein nahe gelegenes Krankenhaus. Doch er erlag seinen Verletzungen. Mindestens zehn weitere Menschen wurden verletzt.

Laut Berichten suchte die Feuerwehr bis in die Abendstunden nach Vermissten, die wohl versucht hatten, sich im Wald in Sicherheit zu bringen. Gäste, die sich bereits auf dem Gelände der Felsenbühne aufhielten, suchten mit Schauspielern und Personal in den Räumlichkeiten des Naturtheaters Schutz.

In Rathen kam es nach dem Unwetter zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften.
In Rathen kam es nach dem Unwetter zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften.Robert Michael/dpa

Auch die Bergwacht war im Einsatz, unterstützte die Rettungskräfte mit Drohnen. Ein Mitarbeiter der Bergwacht zog sich bei einem Hangrutsch Verletzungen zu, heißt es in berichten. Bei dem Sturm wurde auch ein Gebäude der Bergwacht, das gerade erst erneuert wurde, beschädigt. Auch im umliegenden Wandergebiet hinterließ das Unwetter eine Schneise der Verwüstung.

„Oh Gott, ich kann es kaum glauben“, schreibt eine Frau unter dem Sturm-Video von der Felsenbühne. „Es ist so viel zerstört, ich bin so geschockt.“ Eine andere: „Mein aufrichtiges Beileid für die Familie des jungen Mannes und den schwerverletzten viel Kraft zur Erholung!“

Die betroffenen Gebiete im Nationalpark Sächsische Schweiz sind nun gesperrt. „Ab sofort gilt in striktes Betretungsverbot für die betroffenen Waldgebiete rund um den Amselgrund zwischen Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal“, teilte die Nationalparkverwaltung am Samstagmorgen mit. „Eine genaue Einschätzung des Gesamtausmaßes ist derzeit noch nicht möglich.“ Die für das Wochenende geplanten Veranstaltungen in der Felsenbühne Rathen – dazu gehörte am Samstagabend der Dauerbrenner „Der Freischütz“ – wurden abgesagt.

Auf dem Wanderweg zur Felsenbühne Rathen stürzte ein Baum um, ein Mann wurde erschlagen, etliche Menschen verletzten sich. Die einsatzkräfte kümmerten sich um die Opfer.
Auf dem Wanderweg zur Felsenbühne Rathen stürzte ein Baum um, ein Mann wurde erschlagen, etliche Menschen verletzten sich. Die einsatzkräfte kümmerten sich um die Opfer.Jonas Schubert/xcitepress/dpa

Das gesamte Wandergebiet wurde vom Unwetter getroffen

Schwer getroffen sind auch Betreiber der unter der Felsenbühne liegenden Wirte der Wanderrast am Amselsee. „Das schwere Unwetter hat den Amselsee mit voller Wucht getroffen. Wir sind fassungslos über das Ausmaß der Zerstörung“, schrieben sie auf Instagram. „Unsere Wanderrast und der Bootsverleih wurden schwer beschädigt – die Hütte liegt unter umgestürzten Bäumen begraben, und das gesamte Ausmaß der Schäden können wir derzeit noch nicht abschätzen.“

Im Moment müsse beides geschlossen bleiben – und man könne nicht sagen, ob in diesem Jahr überhaupt noch einmal geöffnet werden kann. „Sobald wir einen Überblick über die Situation haben, werden wir euch selbstverständlich informieren.“