Viele Kunden von BVG und S-Bahn drohen ab Sonntag automatisch und ohne eigenes Verschulden zu Schwarzfahrern zu werden! Denn weil der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) im April die Preise erhöht hat, werden viele Fahrscheine mit alten Preisen ab dem 1. Oktober ungültig!
Betroffen sind alte Papiertickets, die vor dem 1. April 2022 gekauft wurden. Denn damals erhöhte der VBB die Tarife und die Tickets wurden teurer. Einzelfahrten wurden 20 Cent teurer. Vier-Fahrten-Tickets kosten seitdem 40 Cent mehr. Auch Tageskarten, Kleingruppentageskarten und 7-Tage-Karten sind von der Regelung betroffen.
Fahrkarten von BVG und S-Bahn von vor dem 1. April werden ungültig
Der Verbund gibt jedoch nur ein halbes Jahr Zeit, um die alten Tickets zu nutzen. Wer also vor dem 1. April eine 4-Fahrtenkarte oder einen Einzelfahrschein gekauft und noch nicht gestempelt hat, kann diese nicht mehr für eine Fahrt mit BVG oder S-Bahn Berlin nutzen.
Und auch der Umtausch ist ab Sonntag ausgeschlossen. Die alten Tickets konnten nur noch bis zum heutigen Samstag in den Servicestellen von BVG und S-Bahn gegen die Zahlung der Preisdifferenz in neue Fahrscheine umgetauscht werden. Die S-Bahn Berlin teilte daher am Donnerstag extra mit: Für Umtausch bitte beeilen. Für viele dürfte der Hinweis aber wohl zu spät kommen.
Verbraucherschützer halten Regelung für viel zu kurz
Ausgenommen vom Verlust der Gültigkeit sind jedoch Zeitkarten. Dennoch kritisieren Verbraucherschützer und Fahrgastverbände die Übergangsfrist von einem halben Jahr als viel zu kurz. „Andere Verkehrsverbünde regeln die Übergänge für den Umtausch nach Preiserhöhungen durchaus mehrjährig“, hieß es von den Verbraucherzentralen Berlin und Brandenburg. Immerhin sind die sechs Monate aber schon mehr als die früher geltenden 14 Tage.



