Ärzte streiken

Achtung, Ärzte-Protesttag: Am Montag bleiben viele Berliner Praxen zu!

Der bundesweite Protest richtet gegen die Politik von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). 

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Protesttag der Ärzte: Auch in Berlin können am 2. Oktober viele Praxen geschlossen bleiben.
Protesttag der Ärzte: Auch in Berlin können am 2. Oktober viele Praxen geschlossen bleiben.Christian Ohde/Imago

Husten, plötzliches Fieber, dann sollte man schnell zum Arzt. Doch dies kann an diesem Montag (2. Oktober) zu einem großen Problem werden. Denn nicht alle Praxen werden geöffnet sein. Grund ist der große bundesweite Ärzteprotesttag. Viele Mediziner werden auch in der Hauptstadt sich daran beteiligen und ihre Praxis am Montag dicht machen.

Tausende Haus- und Fachärzte wollen an diesem Montag in ganz Deutschland aus Protest gegen die Gesundheitspolitik ihre Arbeit ruhen lassen. Der Virchowbund hatte zu der Aktion aufgerufen, weitere knapp 20 Ärzteverbände sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen hatten sich angeschlossen. Der Virchowbund rechnet damit, dass bundesweit eine fünfstellige Zahl von Arztpraxen geschlossen sein werden.

Der Protest richtet sich den Angaben zufolge gegen die Politik von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der die Belange der niedergelassenen Mediziner missachte und das Gesundheitssystem in „Richtung Staatsmedizin umbauen“ wolle. Zudem seien viele Praxen durch Inflation, hohe Energiepreise oder auch Fachkräftemangel in Not. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung soll es einen flächendeckenden Not- und Bereitschaftsdienst geben. Es ist ratsam, bei seinem Arzt anzurufen, um festzustellen, ob die Praxis geöffnet hat.

Auch die KV Berlin unterstützt den Protest, zeigt sich massiv enttäuscht vom Ergebnis der bundesweiten Finanzierungsverhandlungen für die Haus- und Fachärzte. „Gefordert wurde eine Erhöhung von 10,2 Prozent, geworden sind es am Ende knapp 3,9 Prozent. Wenn bei Tarifverhandlungen in anderen Branchen solche Ergebnisse auf den Tisch gepackt werden, dann kommen wir in Deutschland nicht mehr aus dem Streiken heraus“, heißt es seitens des KV-Vorstands. „Das Ergebnis ist desaströs und ein Schlag in die Magengrube der ambulant tätigen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen. Die hohen Praxis-, Personal-, Investitions- und Inflationskosten werden sich damit nicht auffangen lassen.“

Die KV Berlin weißt die Berliner aktuell daraufhin, dass es an dem Protesttag auch in der Hauptstadt  zu Einschränkungen bei den Ärzten kommen kann. Wie viele Mediziner sich beteiligen, welche Praxen geschlossen sein werden, wurde nicht bekannt gegeben.

Auch Fachmediziner wie Zahnärzte wollen sich an dem Protest beteiligen.  
Auch Fachmediziner wie Zahnärzte wollen sich an dem Protest beteiligen. Westend61/imago

Ärzte-Protest: Hier gibt es Hilfe, wenn die Peaxis am Montag zu ist

Damit Berlinern im Notfall geholfen werden kann, will die KV Berlin für den 2. Oktober die medizinische Versorgung absichern. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst wird vorsorglich verstärkt werden und es werden zusätzliche Fahrzeuge im Tagesdienst eingesetzt. Unter der Telefonnummer der Bereitschaftsdienstes 116117 erhalten Patienten rund um die Uhr in dringenden Fällen kompetenten ärztlichen Rat.

Außerdem werden die KV-Notdienstpraxen für Erwachsene von 9 bis 21 Uhr öffnen. Diese sind:

-Charlottenburg-Wilmersdorf: DRK-Kliniken Berlin Westend, Zentrale Notaufnahme, Spandauer Damm 130, 14050 Berlin

-Friedrichshain-Kreuzberg: Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Rettungsstelle, Landsberger Allee 49, 10249Berlin

-Marzahn-Hellersdorf: Unfallkrankenhaus Berlin, Rettungsstelle, Warener Str. 7, 12683 Berlin

-Mitte: Jüdisches Krankenhaus Berlin, Rettungsstelle, Heinz-Galinski-Str. 1, 13347 Berlin

-Steglitz-Zehlendorf: Charité am Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin