Der Rauswurf von Steffen Baumgart sorgt beim 1. FC Union Berlin für heftige Diskussionen. Viele Fans richten ihren Frust nicht gegen den Trainer – sondern gegen Manager Horst Heldt. Die Kritik ist laut, die Vorwürfe konkret. Jetzt äußert sich Heldt selbst – und stellt sich der Verantwortung.
Fans nehmen Heldt ins Visier
Der Druck entlädt sich. In den sozialen Netzwerken, in Fan-Foren und womöglich auch im Stadion An der Alten Försterei, wenn am Sonnabend der VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, Sky) in Köpenick aufschlägt.
Fakt ist: Nach dem Baumgart-Aus steht für viele nicht mehr der Trainer im Mittelpunkt – sondern der Mann, der ihn geholt hat: Horst Heldt. Für viele Fans ist er der Hauptverantwortliche für die sportliche Krise beim 1. FC Union Berlin.
Zwei Trainer verpflichtet – beide gescheitert
Heldt verpflichtete mit Bo Svensson und später Steffen Baumgart gleich zwei Trainer – beide scheiterten. Svensson hielt nur sechs Monate durch, Baumgart rund 16. Und trotzdem verlängerte Heldt den Vertrag des Coaches noch im Januar. Nur um ihn wenige Wochen später wieder zu entlassen. Für viele Anhänger ein Widerspruch, der sie wütend macht.

Auch Unions Transferpolitik unter Heldt gerät ins Visier. Der Manager zahlte Millionen an Ablöse und Gehalt für Spieler wie Laszlo Benes, Marin Ljubicic oder Oliver Burke. Der Ertrag? Mager. Benes und Ljubicic sind bereits wieder verliehen, andere konnten die Erwartungen nie erfüllen. Gleichzeitig droht im Sommer der nächste Rückschlag. Mit Danilho Doekhi und Diogo Leite könnten zwei Leistungsträger ablösefrei gehen. Ein finanzielles Risiko, das Fragen aufwirft.
Millionen-Transfers ohne Wirkung
Heldt hört die Kritik. Und stellt sich. „Der Trainer ist nicht allein für die Entwicklung verantwortlich. Das fängt bei mir an und hört bei den Spielern auf. Wie der Präsident es gesagt hat: Wir haben alle verloren“, sagt der Manager offen.

Auslöser für den Rauswurf sei vor allem die Pleite in Heidenheim gewesen. „Kraft- und ideenlos“, nennt Heldt den Auftritt. Zu wenig für Union. Zu wenig für die Bundesliga. „Die Rückrunde war alles andere als zufriedenstellend. Die Entwicklung war entscheidend“, erklärt er. Trotz eines komfortablen Vorsprungs auf die Abstiegsplätze zog der Klub die Reißleine.
Heidenheim-Spiel sorgt für Baumgart-Rauswurf
Genau das sorgt für Verwunderung. Union stand nie auf einem Abstiegsplatz. Der Klassenerhalt, das eiserne Ziel, ist greifbar. Und trotzdem trennt sich der Klub vom Trainer – kurz vor dem Saisonende. Ein Schritt, der ungewöhnlich wirkt. Und der die Diskussionen um Heldt weiter anheizt.
Auch die Vertragsverlängerung mit Baumgart im Januar verteidigt Heldt. „Der Trainer braucht eine starke Position im Umgang mit den Spielern. Es ist nie von Vorteil, wenn sein Vertrag ausläuft“, sagt er.
Klassenerhalt nah – trotzdem muss Baumgart gehen
Fakt ist: In Köpenick steht mehr auf dem Spiel als nur ein Trainerposten. Es geht um Vertrauen. Um Glaubwürdigkeit. Und um die Zukunft des Vereins. Heldt hat seine Entscheidung getroffen.





