Obwohl in meinen Adern wahrlich kein Fußball-Blut fließt, ist das für mich eine grandiose Nachricht: Marie-Louise Eta (34) übernimmt jetzt das Ruder beim 1. FC Union Berlin. Fantastisch. Eine Frau, die sich traut. Eine Frau, die zeigt, dass nicht nur Männer die Oberhand in der wohl wichtigsten Ballsportart der Welt haben.
Union-Fan jubelt über Eta: „Die ist super!“
Es war Samstagabend, ich stand im Wohnzimmer und erhielt eine Push-Nachricht auf mein Handy. Obwohl mich Fußball normalerweise nicht interessiert, wusste ich, diese Nachricht wird eine Wende sein.

Ich las sie meinem Freund, der durch und durch Unioner ist, vor: „Baumgart gefeuert: Erste Chef-Trainerin in der Bundesliga!“ Ein Schock-Moment für meinen Freund.
Marie-Louise Eta ist erfolgreicher als viele Männer
Ich klickte auf den Artikel, las Marie-Louise Etas Namen vor und tatsächlich: Mein Partner hat sich gefreut, er sagte: „Die ist super, sie ist schon mal für uns eingesprungen.“ Ich spürte Euphorie. Nicht, weil ich Marie-Louise Eta kenne oder den Verein unterstütze. Sondern, weil ich die Freude im Gesicht meines Freundes sah. Er fiebert mit, ich unterstütze ihn und ich wusste: Für Union gibt es wieder Hoffnung nach der Baumgart-Pleite.
Noch mehr freut mich daran aber, dass eine 34-jährige junge und talentierte Frau es an die Spitze eines Bundesliga-Vereins geschafft hat. Sie spielt solange Fußball, wie die meisten Männer. Seit sie sechs Jahre alt ist, kickt sie den Ball ins Tor. Als Spielerin hat sie Erfolge gefeiert, von denen die meisten männlichen Profis nur träumen.
Ihren Mut, sich dieser Aufgabe – die im Übrigen für beide Geschlechter eine Herausforderung ist – zu stellen, bewundere ich zutiefst. Böse Stimmen gibt es immer. Sexismus wird von heute auf morgen auch nicht verschwinden.





