Erst vor wenigen Tagen machte Schauspieler Dieter Hallervorden (90) mit einer scharfen Spitze gegen Bundeskanzler Friedrich Merz seiner Wut Luft. Jetzt legt der Kabarettist nach und das schon wieder auf einer CDU-Bühne. Bei einem Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt wetterte der Schauspieler nicht nur gegen Merz, sondern nahm auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ins Visier.
Hallervorden hält nichts von Kanzler Friedrich Merz
„Für Friedrich Merz würde ich keine Reklame machen“, wetterte Hallervorden von ein paar Tagen. Gleichzeitig stellte er klar, dass seine Unterstützung allein Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) gelte. Nun verschärfte der 90-Jährige seine Kritik noch einmal deutlich.

Sechs Wochen vor der Landtagswahl touren Hallervorden und Schulze unter dem Motto „Kunst braucht Freiheit“ gemeinsam durch Halle, Magdeburg, Dessau und Naumburg. Mit der Veranstaltungsreihe will die CDU Sachsen-Anhalt nach eigenen Angaben für Meinungsfreiheit und kulturelle Freiheit werben. Gleichzeitig versucht Schulze, den Abstand zur AfD zu verkleinern, die in aktuellen Umfragen deutlich vorne liegt.
Im ausverkauften OLi-Kino in Magdeburg nutzte der TV-Star seinen Auftritt für ein politisches Lied, das sich direkt gegen Merz und Pistorius richtete. „Wenn ihr glaubt, dass Krieg sich lohnt, kämpft doch dort, wo keiner wohnt. Kämpft gefälligst auf dem Mond!“, sang der 90-Jährige.
Scharfe Abrechnung mit Boris Pistorius
Zeitgleich liefen auf einer großen Leinwand Fotos von Bundeskanzler Merz, Verteidigungsminister Pistorius, Rheinmetall-Panzern, Explosionen und zerstörten Häusern. Anschließend wandte sich Hallervorden direkt an den SPD-Politiker: „Hallo, Herr Kriegsminister. Sie haben meinen Sohn gebeten, im Krieg für Sie zu töten. Marschieren Sie eigentlich selber mit?“
Auch die Rüstungsindustrie bekam ihr Fett weg. „Was nützen Kampfmaschinen, Zerstörung und Ruinen? Nur denen, die verdienen an Schlachten, Lärm und Tod. Am Ende geht's um Kohle“, sang der Schauspieler weiter.
Der Kabarettist nutzte die Bühne außerdem für Kritik an der Haltung der Bundesregierung im Gaza-Krieg. Während im Hintergrund unter anderem Aufnahmen einer pro-palästinensischen Demonstration mit dem Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ zu sehen waren, sang der Kino-Star: „Und nenne ich euch Täter, gelt ich schnell als Verräter.“
Sven Schulze verteidigt weder Merz noch Pistorius
Ministerpräsident Sven Schulze erklärte anschließend gegenüber „Focus Online“, Hallervorden habe schon vor der Tour deutlich gemacht, dass er sich seine Inhalte nicht vorschreiben lasse. „Ich werde natürlich nicht reinreden, was du vorträgst“, habe er dem Kabarettisten gesagt.



