Die eigenen vier Wände, das wollen wir doch irgendwie alle. Bevor die Haus- oder Wohnungssuche allerdings beginnen kann, stellt sich eine entscheidende Frage: Wie viel Wohnung kann ich mir überhaupt leisten? Die Antwort hängt vor allem vom Nettoeinkommen ab. Wer sein Budget kennt, spart sich Enttäuschungen und kann gezielt nach passenden Immobilien suchen. Aber nicht überall ist das Geld gleich viel Wert.
Nicht mehr als 30 Prozent des Gehalts fürs Wohnen ausgeben
Eine durchschnittliche Eigentumswohnung mit 100 Quadratmetern kostet in Deutschland inklusive Kaufnebenkosten derzeit rund 327.000 Euro, wie Focus Online vorrechnet. Für die meisten Käufer ist das nur mit einem Kredit möglich. Entscheidend ist deshalb, wie viel Geld jeden Monat für die Finanzierung übrig bleibt.

Als Faustregel gilt: Nicht mehr als rund 30 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens sollten dauerhaft für das Wohnen ausgegeben werden. In diesen Betrag fällt nicht nur die Kreditrate. Auch laufende Kosten wie Instandhaltung, Grundsteuer, Versicherungen oder bei Eigentumswohnungen das Hausgeld müssen eingeplant werden. Ein einfaches Beispiel: Bleiben einem Haushalt im Jahr 40.000 Euro netto, sollten davon höchstens etwa 12.000 Euro für das Wohnen eingeplant werden. Ein Teil davon entfällt auf laufende Nebenkosten, der Rest steht für die Finanzierung des Kredits zur Verfügung.
Wie hoch der Kredit anschließend ausfallen kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen vor allem die Zinsen, die Laufzeit und das vorhandene Eigenkapital. Wie der Finanzierer Interhyp mitteilt, verlangen Banken derzeit im Durchschnitt einen Zinssatz von 4,2 Prozent. Grundlage der Berechnung sind eine Kreditlaufzeit von 25 Jahren und 20 Prozent Eigenkapital.
Ehrliche Frage: Wie viel Wohnung kann ich mir leisten?
Wie viel Immobilie Sie sich leisten können, hängt vor allem vom Nettoeinkommen ab. Nach einer Berechnung von Focus Online kann sich ein Haushalt mit 50.000 Euro Nettoverdienst im Jahr eine Immobilie für rund 214.000 Euro leisten. Bei 70.000 Euro netto steigt das mögliche Budget bereits auf knapp 300.000 Euro. Der Berechnung liegen 20 Prozent Eigenkapital, eine Kreditlaufzeit von 25 Jahren und ein durchschnittlicher Zinssatz von 4,2 Prozent zugrunde.
Zum eigentlichen Kaufpreis kommen allerdings noch Nebenkosten hinzu. Dazu gehören unter anderem die Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision. Je nach Bundesland und Kauf können diese insgesamt rund acht bis zwölf Prozent des Kaufpreises ausmachen.

In diesen Regionen reicht das Einkommen häufiger noch aus
Wie weit das eigene Budget reicht, hängt auch vom Wohnort ab. Laut Postbank Wohnatlas 2026 können Käufer mit einem geringeren Gehalt vor allem in vielen Regionen Sachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Niedersachsens noch vergleichsweise günstig Eigentum erwerben. Deutlich schwieriger wird es dagegen in den großen Immobilienhochburgen. Besonders München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart gehören weiterhin zu den teuersten Städten Deutschlands.
Für Menschen, die in einer der sieben teuersten Immobilienmetropolen Deutschlands – darunter auch Berlin – Wohneigentum kaufen möchten, muss das Gehalt deutlich höher ausfallen. Singles benötigen dafür im Durchschnitt rund 96.000 Euro Nettoeinkommen pro Jahr. Familien müssen sogar mit etwa 141.000 Euro netto jährlich rechnen.



