Der klare KURIER-Kommentar

Liebe Klima-Aktivisten, das war lebensgefährlich!

Die verhinderte Aktion von Klimaaktivisten am Start des Berlin-Marathons war mega-gefährlich. Die Aufmerksamkeit so zu kapern ist keine gute Idee.

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Aktivisten der Klimaschutzgruppe "Letzte Generation" werden bei ihrer Protestaktion kurz vor dem Start des Berlin-Marathons von Polizisten gestoppt.
Aktivisten der Klimaschutzgruppe "Letzte Generation" werden bei ihrer Protestaktion kurz vor dem Start des Berlin-Marathons von Polizisten gestoppt.Paul Zinken/dpa

Am Sonntag habe ich, wie viele Berliner, beim Marathon zugeschaut. Es ist immer ein großartige Szene, Tausende von Sportlern zuzusehen, die aus der ganzen Welt nach Berlin kommen um hier gemeinsam zu laufen. Die Zuschauer jubeln auch den Hobby-Läufern zu, Kinder klatschen sie ab, um sie zu motivieren. Eine tolle Sache.

Nicht so toll lief es am Start, in der Nähe des Brandenburger Tores. Hier stürmte kurz vor dem Massenstart der schnellsten Läufer eine kleine Gruppe von Klimaaktivisten auf die Strecke, verschüttete Farbe und versuchte, sich auf der Fahrbahn festzukleben. Kurz vor dem Start von Hunderten von Läufern. Hätte die Aktion geklappt, wäre das lebensgefährlich gewesen! Für Läufer und Aktivisten.

Nachdem der Versuch, dieses Sport-Event zu kapern, fehlgeschlagen war, beklagten sich die Aktivisten auf X, niemand würde ihnen zuhören und deshalb müssten sie so weitermachen. Aber das stimmt nicht. Es gibt jede Menge Fernsehbeiträge, Sendungen und Artikel über Klimaaktivisten und ihre Ziele!

Das hohe Ziel rechtfertigt es nicht, die Gesundheit anderer aufs Spiel zu setzen

Viele gesellschaftliche Minderheiten beklagen sich, dass sie nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Aber diese von Mega-Sport-Events zu kapern auf sich lenken zu wollen, ist absolut nicht in Ordnung. Das hohe Ziel, die Klimakrise zu bekämpfen, rechtfertigt es nicht, die Gesundheit anderer aufs Spiel zu setzen, Kunst- und Bauwerke zu beschädigen und andere Straftaten zu begehen. Und auch nicht, an unsere Demokratie zu rütteln.

Doch die Aktionen der Aktivisten werden immer radikaler, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ich fürchte, es fehlt nicht mehr viel, und es wird dabei jemand schwer verletzt. Ist das die gute Sache wirklich wert?

Natürlich kann man fragen, ob ein Autohersteller der beste Hauptsponsor für den Marathon ist. Ob in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz nicht noch mehr getan werden könnte. Und wie man die Müllberge beim Lauf der 45.000 reduzieren kann. Wir müssen alle etwas tun, fangen wir an!