Die Ostsee ist momentan ein besonders beliebtes Reiseziel für Urlauber – und sie gilt noch immer als die Badewanne der Berliner. Doch das könnte sich jetzt ändern: Nach einer Infektion mit Vibrionen ist ein Urlauber jetzt nach einem Badeausflug an die Ostsee gestorben. Die Person wurde zuletzt in Berlin behandelt, das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) informierte deshalb über den Todesfall. Es ist der erste Todesfall dieser Art seit 2023.
Was sind Vibrionen überhaupt?
Vibrionen sind eine Gruppe von Bakterien, die vor allem in salzhaltigem oder brackigem Wasser vorkommen. Sie besitzen eine charakteristische kommaförmige Gestalt und leben natürlicherweise in Meeren, Küstengewässern und Flussmündungen. Einige Arten sind harmlos, andere können beim Menschen Krankheiten auslösen.
Besonders bekannt ist Vibrio cholerae, der Erreger der Cholera. Andere Arten wie Vibrio vulnificus oder Vibrio parahaemolyticus können Magen-Darm-Erkrankungen, Wundinfektionen oder in seltenen Fällen schwere Blutvergiftungen verursachen.
Menschen infizieren sich meist durch den Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Meeresfrüchten, insbesondere Austern, oder durch den Kontakt offener Wunden mit belastetem Meerwasser. Vibrionen vermehren sich besonders gut bei warmen Wassertemperaturen. Deshalb treten Infektionen häufiger im Sommer und während Hitzewellen auf. Die meisten Infektionen verlaufen mild und verursachen Durchfall, Bauchschmerzen oder Übelkeit. Bei älteren Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem können Vibrionen jedoch gefährliche Infektionen auslösen, die eine schnelle medizinische Behandlung erfordern.
Urlauber nach Besuch an der Ostsee gestorben
Die nun gestorbene Person – die Behörden machten keine Angaben dazu, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt – ist in Berlin gestorben. Zuvor soll sich der Urlauber oder die Urlauberin in Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufgehalten haben.
Die Behörden gehen davon aus, dass sich der Patient nach dem Kontakt mit Brackwasser infiziert hat. Der Beginn der Erkrankung wurde auf den 22. Juni datiert, als Todesdatum wurde der 13. Juli angegeben.

So kann man sich vor einer Infektion schützen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Risiko einer Infektion mit Vibrionen zu reduzieren. Dazu gehört, keine rohen Meeresfrüchte zu essen. Diese sollten immer gut durchgegart werden. Außerdem ist es wichtig, offene Wunden vor Meerwasser zu schützen.
Wer Schnitte, Schürfwunden oder frische Tätowierungen hat, sollte den Kontakt mit warmem Küstenwasser vermeiden oder die betroffene Stelle wasserdicht abdecken.




