Sie kannten sich, hatten ein enges Verhältnis, verbrachten viel Zeit zusammen. Die Familie des getöteten Joel (6) behandelte Geri K. (14) nicht nur wie einen Freund, sondern sogar wie ihr eigenes Kind. Dann erstach er ihren Sohn ...
Geri K.s Familie ist mittlerweile aus Pragsdorf (Mecklenburgische Seenplatte) geflüchtet. Die Angehörigen seien im Zusammenhang mit der Verhaftung am Dienstag bereits weggezogen, sagte eine Polizeisprecherin in Neubrandenburg. Die Familie war erst vor etwa zwei Jahren in ein Mehrfamilienhaus in dem Dorf eingezogen.
Trotz der kurzen Zeit hatten die beiden Familien eine enge Bindung aufgebaut. Deshalb stehen Kathleen (33) und Till K. (37), die Eltern des erstochenen Joel, vor einem Rätsel: Wie konnte Geri ihren Sohn töten, nachdem er doch eng mit der Familie befreundet war?
„Meine große Tochter hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihm“, sagt Mutter Kathleen K. (33) der Bild über Geri. Er sei der beste Freund ihrer Tochter gewesen. „Er ging bei uns ein und aus. Wir haben ihn zu Ausflügen mitgenommen. Er war bei Joels Einschulung dabei. Ich habe ihn behandelt wie mein eigenes Kind!“
Getöteter Joel: Erst Freund, dann Mörder

Rückblickend sei ihr schon früher aufgefallen, dass Geri zwei Gesichter habe. So sei er handzahm gewesen, wenn er bei ihnen zu Gast war: „Wenn Joel etwas trinken wollte, dann brachte er ihm das in sein Zimmer.“ Daheim bei seinen Eltern war Geri nicht selten aggressiv. „Zu Hause war die Lage angespannt“, sagt Kathleen K. „Seine Mutter hat uns um Rat gefragt, wie man seine Kinder richtig erzieht“, erzählt Kathleen K. weiter.
Nachdem er seine Eltern schließlich mit dem Messer bedroht hätte, habe sie sich um psychiatrische Hilfe für den Teenager bemüht, sagt Kathleen K., vergebens.



