Trainertricks am Telefon

Psycho-SMS: So manipuliert Hertha-Trainer Pal Dardai seine Spieler

Hertha-Trainer Pal Dardai (47) greift vor dem Spiel gegen St. Pauli mal wieder in die Psycho-Trickkiste.

Author - Sebastian Schmitt
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Hertha-Trainer Pal Dardai (47) greift vor dem Spiel gegen St. Pauli mal wieder in die Psycho-Trickkiste.
Hertha-Trainer Pal Dardai (47) greift vor dem Spiel gegen St. Pauli mal wieder in die Psycho-Trickkiste.Nordphoto/imago

Pal Dardai ist für seine Griffe in die psychologische Trickkiste bekannt. Um in die Köpfe seiner Spieler zu kommen und deren Bewusstsein zu schärfen, wendet der Ungar immer mal wieder gern ein paar Kniffe an. Vor dem Zweitliga-Topspiel gegen FC St. Pauli (Sonnabend, 20.30 Uhr) verrät Herthas Cheftrainer, wie er den Stürmer Smail Prevljak (28) für die Rolle des Spielmachers vorbereitet hat: Mit Psycho-SMS!

„Ich glaube, dass er seine Aufgabe in Kiel sehr gut gemacht hat. Er ist eigentlich eine hängende Spitze, muss aber jetzt als Spielmacher andere Aufgaben erfüllen“, sagt Dardai über Prevljak, der Hertha BSC beim wilden 3:2-Sieg in Kiel mit 1:0 in Führung gebracht hatte. 

Wie Dardai den Bosnier für die neue Position fit gemacht hat, verrät Herthas Cheftrainer auch. Dardai schmunzelt: „Vor dem Spiel hat er von mir ein paar fiese SMS mit Bildern bekommen. Ich habe ihm gesagt: Das will ich sehen. Und das will ich nicht sehen.“

Hertha-Trainer Pal Dardai war die Woche nicht angenehm zu seinen Spielern

Torschütze Smail Prevljak bekam von Hertha-Trainer Pal Dardai vor dem Kiel-Spiel Anweisungen per SMS. Nun soll der Bosnier auch gegen St. Pauli liefern. 
Torschütze Smail Prevljak bekam von Hertha-Trainer Pal Dardai vor dem Kiel-Spiel Anweisungen per SMS. Nun soll der Bosnier auch gegen St. Pauli liefern. Jan Huebner/imago

Die Psycho-SMS zeigten Wirkung: „Sein Anlaufverhalten, wie er sich gegen eine Dreier- oder Viererkette positioniert hat. Er ist viel gelaufen und hat Zweikämpfe geführt“, erklärt der Ungar und schiebt hinterher: „Da muss man schon die Köpfe manipulieren. Er hat das gut gemacht. Jetzt muss er dranbleiben.“

Dardai ist und bleibt ein Fuchs, weiß nun mal aus seiner langen Erfahrung als Spieler und Trainer, dass Fußball oft reine Kopfsache ist. Deswegen hat Herthas Cheftrainer trotz des Aufwärtstrends von zuletzt zwei Siegen in Folge auch diese Woche die Zügel im Training alles andere als schleifen lassen. „Ich war diese Woche nicht angenehm beim Training“, sagt der 47-Jährige, „ich wollte den Spielern nicht das Gefühl geben, dass ich zufrieden bin.“

Hertha BSC erwartet gegen St. Pauli ein heißer Tanz

Klar ist: Gegen die Kiezkicker wartet auf Hertha BSC eine schwere Aufgabe. „Sie sind nicht umsonst ungeschlagen“, erklärt Dardai, der sich auf die Kulisse von rund 60.000 Zuschauern freut und den dritten Sieg in Serie anpeilt: „Ich sehe aber auch ihre Schwächen – so, wie sie unsere Schwächen sehen. Diese Umschaltgeschichte, da sind wir gut. Wenn sie tief stehen und uns nicht anlaufen wollen, haben wir auch eine Lösung.“

Dabei kommt auf Dardais „SMS-Opfer“ Prevljak wieder eine entscheidende Rolle zu. Der Neuzugang aus Belgien wird erneut den Vorzug vor Bence Dardai (17) erhalten, der dafür wohl als Joker weitere Profiminuten bekommen wird.

Dardai will vor allem die Chaos-Momente abstellen, in denen seine Mannschaft sowohl in Kiel als auch zuvor in Magdeburg (4:6) immer wieder die Kontrolle im Spiel verlor: „Diese Phasen wollen wir ein bisschen anders überleben als bisher in der Saison.“