Prügel-Torwart entschuldigt sich

Geldstrafe statt Gefängnis: Marius Gersbeck bekommt drittes Hertha-Leben!

Herthas Keeper muss nach seinem Prügel-Skandal 40.000 Euro zahlen – und könnte schnell ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Author - Sebastian Schmitt
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Marius Gersbeck (28) darf nach seinem Prügel-Skandal im Trainingslager auf eine Rückkehr ins Teamtraining von Hertha BSC hoffen. 
Marius Gersbeck (28) darf nach seinem Prügel-Skandal im Trainingslager auf eine Rückkehr ins Teamtraining von Hertha BSC hoffen. City-Press

Geldstrafe statt Gefängnis! So lautet das rasch verkündete Urteil des Salzburger Landgerichts nach dem Prügel-Skandal von Hertha-Torhüter Marius Gersbeck (28). Das Wichtigste: Gersbeck ist damit nicht vorbestraft und darf auf eine dritte Chance bei Hertha BSC hoffen.

Lange hatte er in der Öffentlichkeit geschwiegen, jetzt ergriff der Berliner Familienvater gleich zu Beginn der Verhandlung das Wort – und bat sein Opfer ganz offiziell um Verzeihung: „Ich würde mich noch gerne beim Opfer persönlich entschuldigen. Ich bedaure den Vorfall zutiefst.“

Marius Gersbeck entschuldigt sich beim Opfer

Mit dem 22-jährigen Österreicher soll sich Gersbeck bereits zuvor auf die Zahlung einer Entschädigung geeinigt haben, um einen möglichen Zivilprozess zu vermeiden. Vor Gericht kam es nun sogar zu einem Handschlag. Gersbeck betonte dabei: „Ich hoffe, dass du keine Folgeschäden hast.“

Das Verfahren gegen Marius Gersbeck wegen schwerer Körperverletzung wurde gegen eine Geldzahlung eingestellt. Der Torhüter darf nun nach seinem Prügel-Skandal auf eine Rückkehr ins Teamtraining von Hertha BSC hoffen. 
Das Verfahren gegen Marius Gersbeck wegen schwerer Körperverletzung wurde gegen eine Geldzahlung eingestellt. Der Torhüter darf nun nach seinem Prügel-Skandal auf eine Rückkehr ins Teamtraining von Hertha BSC hoffen. Barbara Gindl/APA/dpa

Das Opfer der nächtlichen Prügelei im Trainingslager in Zell am See am 16. Juli nahm die Entschuldigung an, worauf hin die Richterin die im österreichischen Recht vorgesehene Diversion mit der Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro vorschlug und die Verhandlung rasch beendete. 

Für Marius Gersbeck endet eine lange Zitterpartie

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Salzburg Anklage wegen schwerer Körperverletzung erhoben, was zu einer Haftstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren hätte führen können.

Was war überhaupt passiert? Gersbeck hatte sich im Trainingscamp nach Zapfenstreich unerlaubt aus dem Teamhotel entfernt und geriet in der Nacht mit dem 22 Jahre alten Einheimischen aneinander. Ein Faustschlag und mehrere Tritte soll Gersbeck dem Opfer laut Staatsanwaltschaft versetzt haben, das dadurch, wenn auch nur fahrlässig, mehrere Knochenbrüche im Gesicht sowie ein Lidhämatom erlitt und im Krankenhaus behandelt werden musste.

Hertha BSC suspendierte Marius Gersbeck, aber ...

Wie es nun für Gersbeck, erst im Sommer vom Karlsruher SC zu seinem Jugendverein zurückkehrt, bei Hertha BSC weitergeht, ist noch offen. Hertha hatte Gersbeck, der wegen seiner engen Kontakte in die Fan-Szene als Identifikationsfigur für den ausgerufenen „Berliner Weg“ von Präsident Kay Bernstein gilt, zwar vom Teamtraining suspendiert, stets aber betont, die Verhandlung und das Urteil im Prozess abzuwarten. 

Nun herrscht Klarheit: Durch die Diversion, in Deutschland nur im Jugendstrafrecht möglich, gilt Gersbeck offiziell nicht als vorbestraft, wodurch er auf seine dritte Chance bei Hertha BSC und eine Rückkehr ins Teamtraining hoffen darf. 

Hertha BSC macht die Tür für Marius Gersbeck auf

Damit endet für Gersbeck eine lange Zitterpartie. Mehr als zwei Monate hing seine Karriere am seidenen Faden, täglich wird er gehofft und gebangt und sich ausgemalt haben, wie der Gerichtstermin enden könnte. Nun steht er als freier, nicht vorbestrafter Mann mit beiden Beinen wieder im Leben – und womöglich vor einer Rückkehr ins Teamtraining.

Hertha-Geschäftsführer Tom Herrich macht die Tür bereits einen Spalt wieder auf: „Bei dieser Sachlage schließen wir unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten nicht aus, dass Marius Gersbeck eine zweite Chance erhält. Wir werden dies intern besprechen und zeitnah entscheiden.“