Gaaaanz mutig

Hertha BSC vorm Spiel in Kiel: Glasklare Ansage von Trainer Pal Dardai

Auswärts sind die Blau-Weißen in dieser Zweitliga-Saison noch ohne Punkt, ausgerechnet bei der Heim-Macht an der Ostsee soll sich das ändern.

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Trainer Pal Dardai hat mit Hertha BSC im Spiel bei Zweitliga-Topklub Holstein Kiel viel vor.
Trainer Pal Dardai hat mit Hertha BSC im Spiel bei Zweitliga-Topklub Holstein Kiel viel vor.Sören Stache/dpa

Zu Hause kann Hertha BSC inzwischen schon ganz gut, aber auswärts gab’s bisher immer einen Dämpfer. Das war beim verkorksten Saisonstart so und ging so weiter. Nach dem 5:0 gegen Fürth kam das 4:6 in Magdeburg. Also: Was geht nach dem 3:0 gegen Braunschweig nun am Sonntag (13.30 Uhr) in Kiel?

Okay, leicht machte es der Liga-Ansetzer Hertha bisher in der Fremde nicht. Zweitliga-Start in Düsseldorf (0:1), dann die Reise zum HSV (0:3), dann Magdeburg, jetzt Kiel – alles Teams, die in der Tabelle mit ganz oben stehen. Deshalb sagt Trainer Pal Dardai (47): „Kiel ist momentan der Favorit. Sie spielen guten Fußball und sind heimstark.“

Dann kommt aber auch noch diese glasklare Ansage von ihm: „Wir fahren da hin, um zu gewinnen.“

Pal Dardai: Keine guten Erinnerungen an Kiel

Dabei hat der Coach keine gute Erinnerungen an Kiel. Das letzte Pflichtspiel gegeneinander gab es im September 2002. Da warf der damalige Regionalligist Kiel den damaligen Bundesligisten in der 1. Runde des DFB-Pokals raus. 1:1 nach 120 Minuten, 3:0 für Holstein im Elferscheißen. Damals bei Hertha eingewechselt: Pal Dardai.

Schnee von gestern. Diesmal hat Dardai den perfekten Gegner-Flüsterer an seiner Seite. Fabian Reese (25) ist in Kiel geboren, spielte in der Jugend für Holstein und ab 2020 bis zu seinem Wechsel im Sommer nach Berlin auch für die Profis. In der vergangenen Saison war er mit elf Toren und zehn Vorlagen Kiels Topscorer.

Herthas Fabian Reese warnt vor „nordischer Brise“

Wenn einer wertvolle Tipps geben kann, dann Reese. Etwa den: „Das Stadion ist ein bisschen luftig manchmal, weil es nicht ganz zugebaut ist. Wenn man die nordische Brise nicht kennt, muss man sich ein bisschen umgucken.“

Nicht das einzige, womit er bei seinem Trainer punkten kann. Pal Dardai ist vom ganzen Kerl begeistert: „Davon zehn Stück auf dem Platz. Dann muss ich nicht mehr zum Training kommen. Ich bin hochzufrieden, dass er hier ist. Schade, dass er nicht schon früher gekommen ist.“

Bei allem Lob stellt Herthas oberster Übungsleiter aber auch klar: „Trotzdem bin ich sehr kritisch mit ihm. Er weiß das. Ich will ihn noch besser machen. Er hat noch mehr Potenzial.“

Ex-Unioner Steven Skrzybski hat gehörig Respekt

Ein Kieler startet in Berlin durch, dafür geht ein Berliner an der Ostsee beinahe schon als Sprotte durch. Ex-Union-Liebling Steven Skrzybski (30) stürmt das dritte Jahr für Holstein und freut sich nicht uneingeschränkt auf seinen ehemaligen Kollegen, wie er der „fuwo“ verriet: „Dass er extreme Qualitäten hat, vor allem für die Zweite Liga, ist keine Frage. Ich konnte im letzten Jahr davon profitieren, habe mich mit ihm auch außerhalb des Platzes gut verstanden. Fabi kann man nur im Verbund stoppen und auch das wird hart genug.“

Fabian Reese und Steven Skrzybski (r.) hatten zusammen in Kiel eine ganz schöne Zeit.
Fabian Reese und Steven Skrzybski (r.) hatten zusammen in Kiel eine ganz schöne Zeit.Zink/Imago

Reese ist nicht der einzige Herthaner, vor dem Skrzybski gehörigen Respekt hat. Mit Toni Leistner (33) spielte er einst bei Union zusammen und sagt über den blau-weißen Kapitän: „Toni ist eine absolute Führungsfigur, er übernimmt Verantwortung. Ich wünsche ihm nur das Beste, wenn er nicht gerade gegen uns spielt.“

Klar, aber das wird Leistner nicht gnädig stimmen, der gibt nämlich immer sein Bestes.