Showdown vor Gericht

Gefängnisstrafe? Das erwartet Herthas Prügel-Torwart Marius Gersbeck wirklich

Am Donnerstag findet in Österreich ein Gerichtstermin statt, der wohl über die Karriere von Torhüter Marius Gersbeck (28) entscheiden wird.

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Muss sich am Donnerstag vor Gericht wegen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung verantworten: Marius Gersbeck (28), Torhüter von Hertha BSC.
Muss sich am Donnerstag vor Gericht wegen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung verantworten: Marius Gersbeck (28), Torhüter von Hertha BSC.Jürgen Engler/Nordphoto/imago

Showdown vor Gericht! Vor wenigen Tagen sprachen die Hertha-Bosse erstmals öffentlich über den Prügel-Skandal im Trainingslager. Jetzt kommt es am Donnerstag in Österreich zum ersten Verhandlungstermin, der wohl über die Karriere von Torhüter Marius Gersbeck (28) entscheiden wird. Gefängnisstrafe? Das erwartet Herthas Prügel-Torwart wirklich.

Zur Erinnerung: Am 16. Juli erschütterte der Vorfall die blau-weiße Welt in der Vorbereitung. Gersbeck soll einem 22-jährigen Einheimischen in Zell am See am Ende eines nicht genehmigten nächtlichen Ausflugs ins Krankenhaus geprügelt haben.

Prügel-Skandal von Marius Gersbeck: Vier Polizisten im Hertha-Hotel

Sportdirektor Benjamin Weber fiel am Morgen danach im Teamhotel aus allen Wolken, schilderte den Skandal jüngst so: „Ich komme aus dem Fahrstuhl und da standen vier Polizisten an der Rezeption und haben mir eröffnet, dass sie gerne mit einem Spieler von uns, der Marius heißt, sprechen möchten oder er bitte aufs Polizeirevier kommen soll.“

Die Vorwürfe wiegen schwer, das mutmaßliche Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung und Brüche im Gesicht. Bislang schweigt Gersbeck zu den Vorwürfen, verweigerte auch bei der Polizei und Staatsanwaltschaft die Aussage. Über die Details der Nacht wird dagegen wild spekuliert. Von einem Volksfest, viel Alkohol und einem Fahrraddiebstahl ist die Rede. 

Hertha-Torwart Marius Gersbeck drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis

Mit Torwart-Trainer Andreas Menger (l.) trainierte Marius Gersbeck noch am Tag der Tat. Seitdem ist er bei Hertha BSC vom Teamtraining ausgeschlossen.
Mit Torwart-Trainer Andreas Menger (l.) trainierte Marius Gersbeck noch am Tag der Tat. Seitdem ist er bei Hertha BSC vom Teamtraining ausgeschlossen.imago/eu-images

Zivilrechtlich soll sich der gebürtige Berliner und Familienvater mit dem Opfer mit einer Geldzahlung geeinigt haben. Die Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln aber von Amts wegen weiter – schwere Körperverletzung wird in der Alpenrepublik mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft. Fällt das Salzburger Landgericht ein hartes Urteil, droht dem bei Hertha BSC seitdem Prügel-Skandal suspendierten Gersbeck also sogar Gefängnis.

Geht der Gersbeck-Plan von Hertha-Präsident Kay Bernstein auf?

Wird das Verfahren gegen den bisher nicht vorbestraften Keeper dagegen eingestellt (gegen Geldstrafe oder Sozialstunden), könnte der Rehabilitierungs-Plan von Präsident Kay Bernstein, wie Gersbeck ein Kind aus der Ostkurve, aufgehen und Gersbeck schon bald wieder ins Teamtraining zurückkehren.

Dort sollte der vom Karlsruher SC erst im Sommer wieder zu Hertha BSC gewechselte Torhüter eine Schlüsselrolle einnehmen. Cheftrainer Pal Dardai, der wieder mal aus der Not eine Tugend machte und Teenie-Torhüter Tjark Ernst zum Stammkeeper beförderte, würde eine Rückkehr Gersbecks begrüßen.

Pal Dardai würde Rückkehr von Marius Gersbeck bei Hertha BSC begrüßen

Dardai: „Marius hat nicht dem Team geschadet. Ich habe nie irgendwie gespürt, dass die Jungs darüber zu viel nachdenken. Es ist Konkurrenzkampf. Jeder ist ein kleiner Egoist. Und muss auf sein eigenes Schicksal gucken. Derjenige, der auf dem Zimmer geblieben ist, der ist reingerutscht. Derjenige, der aus dem Zimmer herausgegangen ist, der ist rausgerutscht.“

Ob für Gersbeck die Chance besteht, schon bald wieder reinzurutschen, entscheidet sich am Donnerstag ab 11 Uhr im Sitzungssaal 301 des Salzburger Landgerichts.