Vor mehr als 66.000 Zuschauern

Drama pur: Hertha BSC wacht gegen den FC St. Pauli zu spät auf!

Das Team von Trainer Pal Dardai ist im Topsiel der Zweiten Liga erst in der Schlussphase so richtig da. 

Author - Sebastian Schmitt
Teilen
Marc Kempf und Hertha BSC verlieren gegen den FC St. Pauli.
Marc Kempf und Hertha BSC verlieren gegen den FC St. Pauli.Jan Huebner/imago

Herber Dämpfer trotz Traumkulisse! Hertha BSC verliert nach zwei Siegen in Folge gegen den FC St. Pauli in einem am Ende dramatischen Spiel mit 1:2 (0:1). Damit verpasst das Team von Trainer Pal Dardai den Sprung ins obere Tabellendrittel.

Keine 72 Stunden bevor der Stadtrivale 1. FC Union sein erstes Champions-League-Heimspiel ausgerechnet im Olympiastadion austragen wird, bewiesen die Fans von Hertha BSC einmal mehr, dass auf sie auch in der Zweiten Liga Verlass ist.

Flutlicht, 66.113 Zuschauer, davon rund 12.000 St.-Pauli-Fans aus Hamburg, sorgten für eine Bundesliga-Atmosphäre. Spätestens die Verabschiedung von Hertha-Legende Prince Boateng kurz vor Anpfiff und seinem „Ha-Ho-He für immer“ in Richtung Ostkurve rief auch beim letzten Stadionbesucher Gänsehaut hervor.

Eggestein trifft für St. Pauli gegen Hertha BSC

Geschäftsführer Tom Herrich (l.) und Präsident Kay Bernstein (r.) verabschiedeten Hertha-Legende Prince Boateng (36) vor dem Spiel gegen St. Pauli.
Geschäftsführer Tom Herrich (l.) und Präsident Kay Bernstein (r.) verabschiedeten Hertha-Legende Prince Boateng (36) vor dem Spiel gegen St. Pauli.City-Press

Es war also angerichtet. Herthas Cheftrainer Dardai hoffte durch die imposante Kulisse und den Zuspruch von den Rängen auf einen „Extra-Kick“ gegen den Kiezklub vom Millerntor. Doch waren es die Gäste, die von Beginn an zeigten, warum sie als bislang ungeschlagener Tabellenzweiter anreisten.

St. Pauli war extrem ballsicher, übernahm die Kontrolle, kam aber gegen leidenschaftliche kämpfende Herthaner nicht gefährlich vor das Tor – bis zur 25. Minute. Herthas junger Torhüter Tjark Ernst parierte zwar noch den Schuss aus der Drehung von Johannes Eggestein mit dem Fuß, den Nachschuss drückte der Stürmer aber dann zum 0:1 über die Linie.

Hertha gegen St. Pauli im Elfer-Glück

Allerdings ließ sich Hertha vom Rückstand nicht beeindrucken, kam besser in die Partie, blieb aber im Angriff weiter harmlos. Die einzige Torchance in der ersten Halbzeit hatte Smail Prevljak, der aber nicht genügend Wucht hinter seinen Kopfball bekam (31.)

Stattdessen hatte Hertha wenig später Glück, dass es nur mit 0:1 in die Pause ging: Schiedsrichter Deniz Aytekin nahm seinen Elferpfiff nach Intervention des Videoschiedsrichters zurück, sah nach Betrachtung der TV-Bilder den Tritt von Andreas Bouchalakis an das Schienbein von Eric Smith maximal als minimal an (35.).

Derry Scherhant lässt Hertha BSC gegen St. Pauli hoffen

Derry Scherhant traf für Hertha BSC gegen den FC St. Pauli zum 1:2.
Derry Scherhant traf für Hertha BSC gegen den FC St. Pauli zum 1:2.Contast/imago

Auch im zweiten Abschnitt erzeugte Hertha kaum Durchschlagskraft. Toptorjäger Haris Tabakovic, bisher mit sieben Treffern im Schnitt alle 79 Minuten für die Blau-Weißen erfolgreich, hing völlig in der Luft. Gleichzeitig leistete sich Dardais Elf immer wieder einfache Fehler.

Es kam, wie es kommen musste: Marcel Hartel köpfte wuchtig mit Hilfe der Unterlatte zum 0:2 ein (74.). Die Entscheidung?

Hertha-Trainer Pal Dardai lobt die Moral

Von wegen: Hertha ließ sich nicht hängen, kam erst durch einen feinen Schlenzer von Fabian Reese zu einer guten Chance. Dann sorgte der eingewechselte Derry Scherhant nach einen Fehler der Hamburger im Spielaufbau mit einem kompromisslosen Schuss für den Anschlusstreffer – 1:2 (83.).

Hertha warf alles nach vorne, schnürte die Gäste in der Nachspielzeit im eigenen Strafraum ein. Doch für den Ausgleich reichte es nicht mehr. Dardai: „Wir haben die erste Halbzeit komplett verschenkt.  Für die Moral in der zweiten Halbzeit gebe ich den Jungs die Note eins. Aber St. Pauli war ein Tick zu stark für uns.“