Noch fünf Tage bis zum Saisonstart von Hertha BSC beim VfL Bochum (Freitag, 20.30 Uhr). Nach Sparzwang, Verkauf von Topstars und einem Kaderumbruch fragen sich viele Fans, wo die blau-weiße Reise hingeht. Von Aufstiegsträumen wie in den vergangenen Jahren ist nicht mehr die Rede. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich (59) gab das Saisonziel aus: „Einstelliger Tabellenplatz mit einer maximalen Ambition nach vorne.“ Kann das klappen? Hier sind die fünf heißesten Fragen vor dem Liga-Start.
Wann kommt ein neuer Mittelstürmer für Hertha?
Hertha hat seit dem Abgang von Haris Tabakovic (32) im Sommer 2024 keinen Knipser mit Torgarantie (in der Saison 2023/24 traf Tabakovic 22-mal). Um sorgenfrei zu bleiben, brauchen die Blau-Weißen unbedingt einen Mittelstürmer, der auch mal unverhoffte Siege herbeischießt. Seit Monaten wird gesucht, doch noch ist keiner da.
Zuletzt war der argentinische Angreifer Alexis Cuello (26) von CA San Lorenzo auf dem Radar. Da müsste Hertha aber eine höhere Ablöse von rund zwei Millionen Euro zahlen. Prognose: Zum Saisonstart ist noch kein neuer Stürmer da. Das wird höchstwahrscheinlich erst Ende August passieren. Das Sommer-Transferfenster schließt am 1. September.

Wie läuft der Hertha-Poker um Torwart Polster?
Der Poker um Österreichs Nikolas Polster (24) mit dem Wolfsberger AC läuft. Der Keeper will auch unbedingt kommen. Doch noch sind sich beide Klubs nicht über die Ablöse einig. WAC will eine Million Euro, Hertha bietet nur 500.000 Euro.
Was einen neuen Extra-Dreh bei den Verhandlungen gebracht hat: der Glanz-Auftritt von Torwart Marius Gersbeck (31) bei der 2:2-Generalprobe gegen den 1. FC Köln. Der Handlungsbedarf ist nicht so groß. Herthas Bosse können weiter entspannt pokern.
Können die Jungprofis im Liga-Alltag mithalten?
Hertha setzt konsequent den Jugendkurs fort – eigene Talente zu den Profis. Das spart erst mal Geld. Vernünftig! In der Sommervorbereitung sah alles vielversprechend aus, und die jungen Spieler zogen nicht nur fleißig mit, einige glänzten sogar. Soufian Gouram (20) schoss gegen Köln ein Traumtor. Doch die Castingshow ist vorbei. Jetzt wird es ernst. Gibt es die mutigen Auftritte auch, wenn es um Punkte geht?
Welche Spielphilosophie hat Herthas Trainer Leitl?
Eine Sache vorweg: Trainer Stefan Leitl (48) hat den totalen Kaderumbruch hervorragend moderiert. Nicht einen Tag murrte der Coach, dass er keine neuen Spieler hat. Nein, er stärkte allen jungen Spielern den Rücken. Der Teamspirit stimmt, und das könnte eine Erfolgsdynamik bringen. Leitl selbst änderte jetzt seine Spielphilosophie. Kein Verwalten mehr und auf schnelle Umschaltsituationen hoffen. Nein, er lässt jetzt viel höher angreifen. Pressing, bis es quietscht. Hertha soll mutiger und offensiver spielen.
Leitl sagte nach dem Köln-Test: „Mein Eindruck nach diesem Spiel ist sehr positiv, die Jungs haben versucht, das umzusetzen, was wir von ihnen eingefordert haben, speziell die hohen Pressing-Situationen, immer wieder diese Intensität an den Tag zu legen.“



