EHC-Spiel am Freitag

Eisbären-Legende will Eisbären Berlin gewaltig die Laune verhageln

Steve Walker (50), mit dem EHC fünfmal Deutscher Meister, machte aus dem notorischen DEL-Kellerkind Schwenningen das bisherige Sensationsteam der Saison.

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Eisbären-Legende Steve Walker zeigt seit Sommer als Chefcoach den Schwenninger Wild Wings, wo es langgeht.
Eisbären-Legende Steve Walker zeigt seit Sommer als Chefcoach den Schwenninger Wild Wings, wo es langgeht.Eibner/Imago

2:1 nach Penaltys gegen Mannheim, 7:2 in Iserlohn, dem 2:7 bei Vizemeister Ingolstadt folgt dann ein rauschendes 5:0 gegen Wolfsburg! Liest sich wie der Saisonstart eines echten Titel-Kandidaten, ist aber der der Schwenninger Wild Wings. Und damit des nächsten Gegners der Eisbären, die am Freitag (19.30 Uhr) am Ostrand des Schwarzwaldes ranmüssen.

Klingt komisch, ist aber das Topspiel der 5. DEL-Runde, der Tabellenvierte tritt beim -dritten an. Okay, die Eisbären hatten viele trotz der verkorksten Vorsaison wieder für ganz oben auf dem Zettel. Aber Schwenningen? 

Steve Walker zauberte für die Eisbären

Seit der Rückkehr in die DEL 2013 verpassten die Schwäne mit Ausnahme der Saison 2017/18 (Rang 10 nach der Hauptrunde) immer die Play-offs, blieben oft als Letzter nur dank der Nichtabstiegsregel (viermal) und der Liga-Aufstockung wegen Corona (einmal) überhaupt erstklassig. In der abgelaufenen Spielzeit reichte es einen Punkt hinter dem EHC zu Platz 12. Und nun ist das notorische Kellerkind plötzlich Dritter. Was ist da denn passiert?    

2011 feiert Steve Walker seinen fünften und letzten Meister-Titel mit den Eisbären.
2011 feiert Steve Walker seinen fünften und letzten Meister-Titel mit den Eisbären.Revierfoto/Imago

Für den ungeahnten Aufschwung verantwortlich – und damit sind wir wieder beim Freitag – ist ein Mann, der in Berlin zur DEL-Ikone wurde: Steve Walker (50). 603 DEL-Spiele für die Eisbären, 213 Tore, 592 Scorerpunkte, fünfmal Deutscher Meister, einmal Pokalsieger, Liga-MVP (beides 2008), lange Jahre Kapitän. Sein Trikot hängt unterm Dach der MB-Arena, seine Nr. 27 wird beim DEL-Rekordmeister (9 Titel) nicht mehr vergeben. 

Trainer-Ikone Don Jackson war Lehrmeister von Steve Walker

Walker ist seit Sommer Cheftrainer in Schwenningen. Die DEL-Karriere des Kanadiers ist auch eng mit der von Don Jackson (67) verbunden. In Berlin lernte er als Stürmer vom Meistercoach, seit Mai 2019 war er in München Assistent des erfolgreichsten Trainers der DEL-Geschichte (sechsmal Meister mit den Eisbären – davon einmal als Assistent, viermal mit Red Bull).

In der abgelaufenen Saison stand Steve Walker (r.) noch als Assistent von Trainer-Legende Don Jackson an der Bank von Meister Red Bull München.
In der abgelaufenen Saison stand Steve Walker (r.) noch als Assistent von Trainer-Legende Don Jackson an der Bank von Meister Red Bull München.Passion2Press/Imago

Als Jackson mit dem Titel 2023 seine aktive Coach-Karriere beendete, waren für Walker die Lehrjahre vorbei. Er heuerte als Chef in Schwenningen an und brachte das Erfolgsgen mit: „Für mich startet alles mit dem Glauben daran und der harten täglichen Arbeit, den Gesprächen und dem Aufbau eines gemeinsamen Weges. Daraus wächst dann die Überzeugung, die Dinge auch umzusetzen und erreichen zu können.“

Steve Walker holt absolute Gewinnertypen

Torwart-Hexer Joacim Ericsson (33) und die stürmischen Spink-Zwillinge Tyson und Tylor (30) konnten gehalten werden, dazu kamen mit Thomas Larkin (32/Meister 2019 mit Mannheim) und Daryl Boyle (36/viermal Meister mit München, Olympiasilber 2018) zwei Verteidiger-Haudegen. Um dieses Gerüst baute Walker das Team der neuen, plötzlich strahlend-stolzen Schwäne.

Der Coach erklärt den Aufschwung so: „Wir haben die Typen, die unbedingt gewinnen wollen. Zuvor haben einige Spieler Schwenningen vielleicht eher als Karriereausklang oder Sprungbrett nach Europa betrachtet. Das hat sich jetzt geändert. Diese Jungs kommen nicht her, um ihre Zeit zu verschwenden. Solche Typen wollen etwas Großes erreichen. Deshalb glaube ich, dass wir einen guten, aufregenden Mix haben.“

Schwenningen hat nicht mehr nur hohes Hagelrisiko

Das können die bisherigen Gegner bestätigen, darauf müssen sich auch die Eisbären einstellen, die vom Vorjahr noch speziell gegen Schwenningen was gutzumachen haben. Da verloren sie drei von vier Duellen. Achtung: In Deutschlands Gebiet mit dem höchsten Hagelrisiko prasseln neuerdings auch die Pucks wie wild in Richtung gegnerisches Tor ...