SPD-Politikerin gekündigt

Zoff im Berliner Innensenat: Hausverbot für Staatssekretärin

Innensenatorin Iris Spranger (ebenfalls SPD) will Sport-Staatssekretärin Nicola Böck-Giannini loswerden

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Iris Spranger (SPD), Berliner Senatorin für Inneres und Sport, hat ihrer Sport-Staatssekretärin gekündigt.
Iris Spranger (SPD), Berliner Senatorin für Inneres und Sport, hat ihrer Sport-Staatssekretärin gekündigt.Gollnow/dpa

Irgendwie kann Innensenatorin Iris Spranger (62, SPD) mit ihren Staatssekretären nicht. Erst im Februar führte ein persönliches Zerwürfnis mit ihrem damaligen Innenstaatssekretär dazu, dass Torsten Akmann (58, SPD) in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde. Jetzt ist die Sport-Staatssekretärin Nicola Böck-Giannini (48, SPD) dran. Besonders krass: Spranger hat ihrer Stellvertreterin sogar Hausverbot erteilt.

Das Verhältnis zwischen Spranger und Böcker-Giannini gilt schon seit längerem als gestört. Zuletzt kam es RBB24 zufolge wegen der gestiegenen Kosten zur Fußball-Europameisterschaft 2024 zum Streit. 

Innensenatorin Iris Spranger erteilt Hausverbot und lässt Zugang zum IT-System sperren

Doch schaut man sich die Reaktion von Iris Spranger an, muss wohl mehr vorgefallen sein. Die SPD-Innensenatorin hat ihrer Parteikollegin zum 17. Oktober gekündigt, ihr bereits vergangene Woche das Führen der Dienstgeschäfte verboten und Hausverbot erteilt. Das geht aus einem persönlichen Schreiben an die Staatssekretärin hervor, das dem RBB vorliegt. Eine Begründung liege allerdings nicht vor.

Böck-Giannini hat einen Anwalt eingeschaltet: Ralf Kleindiek (58), Berlins ehemaliger Chief Digital Officer. Der sagte der BZ: „Am Freitagnachmittag hat Frau Senatorin Spranger meiner Mandantin dann schriftlich das Führen der Dienstgeschäfte verboten und alle Zugänge zum IT-System der Senatsinnenverwaltung sperren lassen.“

Nicola Böck-Giannini ist eine der Initiatoren der GroKo-Kampagne ein Berlin

Der Anwalt hat sich bereits im Auftrag von Böck-Giannini an die Staatskanzlei von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gewandt und ihn aufgefordert, einzuschreiten und die Entscheidung Sprangers rückgängig zu machen. „Meine Mandantin wird es nicht hinnehmen, dass ihre persönliche und berufliche Integrität durch das Vorgehen von Frau Innensenatorin Spranger beeinträchtigt wird“, so Kleindiek.

Nicola Böck-Giannini ist nicht unwichtig für die SPD in Berlin. Sie ist eine der Initiatoren der GroKo-Kampagne ein Berlin, wurde immer von den beiden SPD-Vorsitzenden Raed Saleh (46) und Franziska Giffey (45) unterstützt. Aus Koalitionskreisen will der RBB erfahren haben, dass die Entlassung Böcker-Gianninis mitten in den laufenden Haushaltsverhandlungen ein großes Problem werden könnte.