Auch die Berliner Weinanbauer nutzen den Spätsommer, um ihre Trauben von den Weinstöcken zu holen! Manche sind schon fertig mit der Ernte, in Kreuzberg steht die Ernte von circa 250 Kilogramm Riesling-Trauben noch bevor ...
In Friedrichshain-Kreuzberg wächst Riesling
Die Weinlese-Saison ist in Berlin in vollem Gange. Einer der in der Hauptstadt geernteten Weine ist der ehemals als Kreuzberger Wein bekannte Tropfen, der voraussichtlich kommenden Samstag geerntet werden soll, wie Silja Jeschke berichtet – sie ist die verantwortliche Mitarbeiterin des Straßen- und Grünflächenamts im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
Sie erwartet eine stolze Ernte von rund 250 bis 300 Kilogramm Trauben, hauptsächlich der Sorte Riesling. Die Ernte sollte ursprünglich bereits am Mittwoch beginnen – doch laut Winzer Hannes Lewerenz hatten sich nicht genug ehrenamtliche Helfer gefunden, weswegen der Termin verschoben wurde.

Ein guter Jahrgang für den Wein
„Es war ein schwieriges, aber auch gutes Weinjahr. Wir hatten viel Regen, keinen Frost und jetzt natürlich diesen wunderbaren Spätsommer, wo die Trauben die Möglichkeit haben, noch mal nachzureifen“, erklärt Jeschke. Der als Landwein eingestufte Tropfen, der nahe des Viktoriaparks angebaut werde, dürfe aber nicht als Berliner Wein vermarktet werden – dafür sei der Schutzstatus zu gering.
Vor zwei Wochen seien schon vorzeitig 90 Kilogramm rote Trauben der Sorte Spätburgunder geerntet worden, aus denen bereits etwa 65 Liter Wein in Fässern lagerten. Die Wespen hatten begonnen, sich daran zu schaffen zu machen! Insgesamt gibt es dort 430 tragende Weinstöcke. Zusätzlich wurden 60 neue der Rebsorte Cabertin eingepflanzt. Sie sollen pilzresistent sein und in circa drei Jahren zum ersten Mal Ertrag bringen.

Seit diesem Jahr tragen die Flaschen auch ein neues Etikett: „Weinungsfreiheit“ steht groß drauf, und in kleineren Lettern daneben: „Dieser Wein wurde von einem Team aus unserem Bezirk hergestellt. Wir haben die Reben gepflegt, Trauben gelesen und gekeltert. Weinrechtlich dürfen wir nicht angeben, woher die Trauben stammen, die zu diesem köstlichen Tropfen geführt haben, der vor Ihnen steht. Wir danken dem Team und auch den Partnerstädten Ingelheim und Wiesbaden, ohne die es diesen Wein nicht gäbe.“ Für Interessierte: Der Wein wird gegen eine Spende abgegeben.



