Der Pflegenotstand in Deutschland ist längst Realität. Eine neue Analyse zeigt, wie sehr Krankenhäuser und Pflegeheime inzwischen auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sind. Fast vier von zehn auf einer Jobplattform registrierten Pflegekräften besitzen keinen deutschen Pass. In Berlin kommt sogar mehr als jede zweite Kraft aus dem Ausland.
Berlin liegt bundesweit an der Spitze
Der Hintergrund: Deutschland fehlen nach einer Prognose des Statistischen Bundesamtes bis zum Jahr 2034 rund 350.000 Pflegekräfte. Schon heute lässt sich der Personalbedarf vielerorts kaum noch ohne ausländische Fachkräfte decken. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Jobportals Pflegia hervor. Grundlage sind die anonymisierten Daten von mehr als 55.000 registrierten Pflegekräften. Rund 23.000 von ihnen haben keine deutsche Staatsangehörigkeit, das entspricht 39 Prozent.

Besonders hoch ist der Anteil internationaler Pflegekräfte in Berlin. Hier besitzen 55 Prozent der registrierten Bewerber keinen deutschen Pass. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit 53 Prozent und Bremen mit 52 Prozent. Deutlich niedriger fällt der Anteil dagegen in Mecklenburg-Vorpommern (20 Prozent), Sachsen-Anhalt (22 Prozent) und Brandenburg (28 Prozent) aus. Insgesamt liegt der Anteil in den alten Bundesländern einschließlich Berlin bei mehr als 44 Prozent, in den neuen Bundesländern dagegen bei 25 Prozent.
Die große Mehrheit der internationalen Pflegekräfte könnte sofort eingesetzt werden. Knapp 83 Prozent verfügen bereits über eine gültige Arbeitserlaubnis. Rund zehn Prozent besitzen noch keine, bei etwa sechs Prozent läuft das Verfahren noch. Berlin schneidet auch hier besonders gut ab: Mehr als 85 Prozent der internationalen Bewerber verfügen bereits über eine Arbeitserlaubnis.


