Man gönnt sich ja sonst nichts und außerdem ist Cannes immer eine Reise wert – dachte man sich offenbar auch im Berliner Senat und war im März mit mehreren Mitgliedern ins frühlingshafte Cannes am Mittelmeer gerauscht. Ziel: eine dort stattfindende Immobilienmesse. Das Problem: Allein für Übernachtungskosten wurden 20.000 Euro verbraten. Bereits im vergangenen Jahr waren für den gleichen Ausflug 16.000 Euro fällig geworden. Das teure Vergnügen an der Côte d'Azur wurde von der Linke-Fraktion am Freitag unter Berufung auf einen Bericht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zum Haushalt 2024/25 scharf kritisiert.
Die Linke-Fraktion fordert Transparenz darüber, welche Geschäfte auf der Immobilienmesse angebahnt worden seien und ob etwa die Bebauung des Tempelhofer Felds in Cannes bereits ein Thema gewesen sei. „Für die Zukunft fordert die Fraktion, dass sich Berlin nicht mehr an Immobilienmessen beteiligt.“
Bauverwaltung will auch weiter nach Südfrankreich reisen
Naturgemäß wies die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Bauen die Kritik der Linken an den Dienstreisen nach Südfrankreich umgehend zurück. „Es gibt zwei Leitmessen der Immobilienwirtschaft: die MIPIM in Cannes im März und die EXPOReal in München im Oktober“, erklärte der Sprecher der Bauverwaltung, Martin Pallgen, am Freitag auf Anfrage. An beiden nehme das Land Berlin – vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen – seit Jahren regelmäßig teil. „Und wird dies auch in Zukunft tun.“


