Cannes und zurück

Für mehr als 20.000 Euro: Berliner Senat auf Dienstreise an die Côte d’Azur

Die Linke stört sich an Dienstreisen von Senatsmitgliedern zu einer Baumesse in Cannes. Aus Sicht der Partei völlig überflüssig. Das sieht die Verwaltung naturgemäß anders.

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Cannes am Mittelmeer. Immer eine Reise wert, aber auch teuer. 20.000 Euro gab das Land Berlin für Übernachtungen von Senatsmitgliedern aus.
Cannes am Mittelmeer. Immer eine Reise wert, aber auch teuer. 20.000 Euro gab das Land Berlin für Übernachtungen von Senatsmitgliedern aus.Valery HACHE/AFP

Man gönnt sich ja sonst nichts und außerdem ist Cannes immer eine Reise wert – dachte man sich offenbar auch im Berliner Senat und war im März mit mehreren Mitgliedern ins frühlingshafte Cannes am Mittelmeer gerauscht. Ziel: eine dort stattfindende Immobilienmesse. Das Problem: Allein für Übernachtungskosten wurden 20.000 Euro verbraten. Bereits im vergangenen Jahr waren für den gleichen Ausflug 16.000 Euro fällig geworden. Das teure Vergnügen an der Côte d'Azur wurde von der Linke-Fraktion am Freitag unter Berufung auf einen Bericht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zum Haushalt 2024/25 scharf kritisiert. 

Die Linke-Fraktion fordert Transparenz darüber, welche Geschäfte auf der Immobilienmesse angebahnt worden seien und ob etwa die Bebauung des Tempelhofer Felds in Cannes bereits ein Thema gewesen sei. „Für die Zukunft fordert die Fraktion, dass sich Berlin nicht mehr an Immobilienmessen beteiligt.“

Bauverwaltung will auch weiter nach Südfrankreich reisen

Naturgemäß wies die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Bauen die Kritik der Linken an den Dienstreisen nach Südfrankreich umgehend zurück. „Es gibt zwei Leitmessen der Immobilienwirtschaft: die MIPIM in Cannes im März und die EXPOReal in München im Oktober“, erklärte der Sprecher der Bauverwaltung, Martin Pallgen, am Freitag auf Anfrage. An beiden nehme das Land Berlin – vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen – seit Jahren regelmäßig teil. „Und wird dies auch in Zukunft tun.“

Die Messen seien zentrale Orte für den Erfahrungsaustausch mit unterschiedlichen Akteuren sowohl der Immobilienwirtschaft als auch der Wohnungs-, Bau- und Stadtentwicklungspolitik. „Es ist seit Jahren gängige Praxis, dass dort unterschiedliche Projekte und wohnungspolitische Themen vertieft vorgestellt werden.“ Eine regelmäßige Teilnahme der Senatsverwaltung garantiere die überregionale und internationale Wahrnehmung der stadtentwicklungspolitischen Ziele des Landes Berlin.