Kaum da, schon hin und weg

Leonardo Bonucci: Erste Liebeserklärung an den 1. FC Union

Sportlich läuft es für den Europameister noch nicht nach Plan, aber bei den Eisernen fühlt er sich schon richtig wohl.

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Grüßt lächelnd aus dem Mikro-Wald: Weltstar Leonardo Bonucci fühlt sich beim 1. FC Union schon fast heimisch.
Grüßt lächelnd aus dem Mikro-Wald: Weltstar Leonardo Bonucci fühlt sich beim 1. FC Union schon fast heimisch.Matthias Koch/Imago

Vom Namen und der Vita her ist er die größte Nummer des 1. FC Union: 121 Länderspiele für Italien, Europameister 2021. Eine gefühlte Ewigkeit bei Juventus Turin, jetzt in Köpenick. Leonardo Bonucci (36) kommt mit einem breiten Lächeln zur Medienrunde. Die sportlichen Negativerlebnisse – bei seinem Union-Debüt 0:1 in der Champions League bei Real Madrid, bei seinem Bundesliga-Debüt 0:2 gegen Hoffenheim – hat er anscheinend gut verarbeitet.

Und umhauen tut einen wie Bonucci so was schon gar nicht: „Natürlich ist das gerade eine schwierige Situation. Ich weiß, dass es nicht gut ist, wenn wir verlieren. Aber wir müssen uns jetzt Schritt für Schritt verbessern.“

Union war eigentlich nur Bonuccis zweite Wahl

Die Pleite gegen Hoffenheim war für Union wettbewerbsübergreifend die vierte Niederlage in Serie. Seine Entscheidung, zum 1. FC Union zu wechseln, hat der Defensivspieler aber nicht bereut. Er hatte auch ein Angebot aus Saudi-Arabien, überlegte mal, zu Lazio Rom zu wechseln, doch am Ende hat ihn Berlin überzeugt. Auch wenn Union nur seine zweite Wahl war: „Eigentlich wollte ich bei Juventus bleiben und dort meine Karriere beenden. Das war dann aber nicht möglich.“

Der Wechsel zu den Eisernen bedeutete auch seine erste Station im Ausland. Und der stellt er sich, mit allem, was er hat. Bonucci: „Jetzt ist es eine große Veränderung, auch weil die Sprache nicht einfach ist. Aber ich wollte aus meiner Komfortzone raus. Ich möchte mich weiterentwickeln und ich möchte mich mit Union weiterentwickeln.“

Bonucci: „Meine Fitness wird immer besser“

Der Italiener ist sich sicher, dass er den Eisernen mit seiner langjährigen Erfahrung helfen kann – besonders, da sich auch sein Fitnesszustand zunehmend verbessert.

Für etwas Heimatgefühl sorgte unterdessen der Besuch seiner Familie am vergangenen Wochenende. Zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern besuchte er einige Berliner Sehenswürdigkeiten, sah sich auch den Marathonlauf am Sonntag an.

Bonucci hat sich scheinbar sogar schon ein wenig verliebt in Union: „Wir haben uns etwas die Stadt angeschaut und beim Spiel waren sie natürlich auch. Meine Kinder waren ganz begeistert von den Fans. Trotz der Niederlage haben sie gesungen – das wäre zu Hause nicht passiert. Das ist unglaublich. Weil wir alles gegeben haben, geben sie auch alles.“