Was für eine Achterbahnwoche für Timo Baumgartl. Keine drei Monate nach seinem Wechsel vom 1. FC Union zu Schalke 04 machte der Verteidiger bei den Knappen durch, was andere Spieler in ihrer ganzen Karriere nicht erleben. Erst hat er geredet, dafür wurde er bestraft und plötzlich ist nach der Entlassung von Trainer Thomas Reis wieder alles anders. Alles binnen 72 Stunden.
Nach dem 1:3 auf St. Pauli hatte Baumgartl am Sonntagnachmittag die von seinem Trainer vorgegebene Taktik mit dem mannorientierten Spiel angezweifelt. „Teilweise laufen wir Männern hinterher, dann sind Positionen übereinander – da ist keine Kompaktheit da“, kritisierte der Abwehrchef. „Wir sind immer einen Schritt zu spät.“ Die riskante Spielweise sei „die Philosophie vom Trainer, er gibt uns das vor und deswegen machen wir das auch als Mannschaft“, ergänzte Baumgartl.
Für ehrliche Kritik kassiert Baumgartl doppelte Strafe
Natürlich sorgten die Sätze für Aufregung. Und es folgte die Reaktion, wie Vereine meistens reagieren. Baumgartl wurde für eine Woche suspendiert, zur U23 versetzt und zu einer Geldstrafe verdonnert. Mit seiner Entschuldigung schien die Sache ausgestanden. „Was ich mit meinen Aussagen ausgelöst habe, war nicht meine Intention und darf einem Spieler mit meiner Erfahrung nicht passieren. Deshalb habe ich Thomas Reis und André Hechelmann um Entschuldigung gebeten und bin sehr froh, dass sie diese akzeptiert haben. Ich weiß, dass nun ich gefordert bin.“
Schien. Mit der Entlassung von Trainer Thomas Reis und dessen Co-Trainer André Hechelmann zündete Schalke die nächste Stufe der Selbstzerlegung. Herthas Mit-Absteiger will am Freitag beim SC Paderborn (18.30 Uhr) mit Co-Trainer Matthias Kreutzer die Kurve kriegen.

