In ihrer neuen Biografie enthüllt sie die Geheimnisse ihrer langen Hollywoodkarriere – die guten und die schlechten. So wurde die blutjunge Joan Collins nach ihrer Ankunft in Los Angeles vor den sexuellen Avancen von lüsternen Studio-Bossen gewarnt. Von keiner geringeren als Marilyn Monroe.
In einem Vorabdruck einer Passage des Buchs in der Daily Mail beschreibt die spätere „Denver Clan“-Hexe, wie sie Anfang der 50er-Jahre mit 20 in Hollywood angekommen war. Die Britin hatte gerade in „The Girl in the Red Velvet Swing“ ihre erste große Hauptrolle bekommen und war allein in einer Bar in Hollywood. Dort sprach sie plötzlich eine „unscheinbare Blondine“ an. „Sie sagte im traurigen Tonfall: ‚Eigentlich sollte ich deine Hauptrolle spielen, doch ich war ihnen zu alt.‘ Plötzlich ist mir klar geworden, dass diese blasse Frau vor mir die berühmte Marilyn Monroe war.“
Marilyn Monroe warnte vor „den Wölfen“ in Hollywood
Zu Collins’ Erstaunen war die Filmlegende extrem freundlich zu ihr. Und nach zwei Martinis warnte die Monroe sie vor „den Wölfen in dieser Stadt“ – sprich vor der sexuellen Belästigung durch mächtige Männer in der Filmbranche.
Collins winkte ab und enthüllte, dass sie ein solches Benehmen bereits aus Englands Filmbranche kannte: „Wir alle mussten uns damit abfinden, dass Männer uns am Po getätschelt und uns in den Ausschnitt geschaut haben.“ Marilyn schaute sie nur mitleidig an: „Das ist gar nichts gegen die Studiobosse, Schatz. Wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, wird dir dein Vertrag gekündigt. Nimm dich vor allem vor Zanuck in Acht!“


Collins versprach der Monroe, vorsichtig zu sein. Und traf wenige Tage später ausgerechnet auf Darryl Zanuck, den Produzenten von Filmklassikern wie „Der König und ich“. In Collins Worten: „Er sprang mich an und drückte mich gegen die Wand. Sein Atem stank nach Zigarrenrauch und er zischte: ,Du hast noch niemanden gehabt so wie mich, Honey. Ich bin der Größte und der Beste und kann die ganze Nacht.‘“
Die völlig geschockte Collins schaffte es, sich loszureißen, und rannte zurück ans Set: „Der Legende nach hatte er eine goldene Replik seiner Männlichkeit auf dem Schreibtisch stehen. Und es stimmte. Ich sah es, als ich bei ihm im Büro war. Iiiehh!“
Joan Collins wurde „frigide kleine Hexe“ genannt
Joan Collins, heute 90 Jahre alt, schreibt, dass der sexuelle Missbrauch von jungen Starlets in Hollywood jahrzehntelang an der Tagesordnung war. Und sie seit ihrer Teenagerzeit diese schlimmen Erfahrungen auch selbst machen musste, „mit Produzenten, reichen, erfolgreichen Männern und auch mit männlichen Kollegen“. Weil sie zu allen immer Nein sagte, wurde sie mit Spitznamen wie „frigide kleine Hexe“ belegt oder als „dumme Kuh, die bald weg vom Fenster sein wird“, bezeichnet.
Sie setzte sich dennoch in der Branche durch und hofft, „dass nach dem Harvey-Weinstein-Skandal solch ein Verhalten durch mächtige Männer nicht mehr möglich ist“.

