Seit Jahren kommen immer wieder Kandidaten mit ihren großen und kleinen Schätzen in die Trödel-Show „Bares für Rares“, lassen ihre Objekte von Flohmärkten, aus Kellern und von Dachböden von Profis schätzen und versuchen, sie an den Mann zu bringen. Die Teilnehmer teilen sich dabei in zwei Lager: Die einen rechnen mit wenig Geld und werden am Ende überrascht – und die anderen kommen mit hohen Erwartungen und werden bitter enttäuscht. Einen besonderen Fall gab es jetzt in der Trödel-Show: Als die Einschätzung des Experten nicht passte, wurde ein Kandidat sogar kurz frech.
Uraltes Werkzeug bei „Bares für Rares“: Was ist das denn für ein Ding?
Der ehemalige Sozialarbeiter Stefan Wolf (69) aus Berlin brachte ein uraltes Werkzeug mit in die Trödel-Show „Bares für Rares“ – ein Brett mit einem seltsamen Nagel-Kissen, das heute wohl den wenigsten etwas sagen dürfte. Er selbst finde das Objekt wunderschön, sagte er im Interview zur Sendung, „aber ich hechel keinen Flachs mehr“. Er gibt damit auch einen ersten Hinweis auf den Nutzen des Objekts – für die vollständige Expertise bei „Bares für Rares“ sorgt Experte Sven Deutschmanek.
„Das ist eine sogenannte Flachshechel“, sagt der Experte. „Es ist ein Arbeitsgerät für den vorletzten Schritt der Flachsbearbeitung.“ Bei der Flachs-Pflanze können nur die inneren Fasern für die Verarbeitung zu Leinen verwendet werden. Beim Hecheln werden die Fasern über das Nagelbrett gezogen.
Dabei trennen sich die kurzen Fasern von den langen. Die Hechel werde dazu auf einen sogenannten Hechel-Bock gespannt. Ein uraltes Handwerksgerät ist es also, was hier auf dem Expertisen-Tisch steht – hergestellt wurde es aus Holz, vermutlich um 1870.

Anbieter Stefan Wolf kaufte das Stück auf einem Flohmarkt, weil es ihm so gut gefiel, erzählt er. Nun will er nach der Preis-Frage von Horst Lichter 80 bis 100 Euro dafür haben. „Es darf gerne mehr sein“, fügt er an. Doch da geht Experte Sven Deutschmanek nicht mit. „Was hältst du von 60 bis 80 Euro?“ – „Wenig“, so die flapsige Antwort des Verkäufers. „Aber das ist mein Preis“, ergänzt der „Bares für Rares“-Experte. „Das habe ich verstanden, aber deshalb halte ich trotzdem nicht viel davon!“
Typisch Berliner: Eine freche Antwort, die von Sven Deutschmanek und Horst Lichter aber gekonnt weggelächelt wird. Verkaufen will der „Bares für Rares“-Kandidat das Werkzeug übrigens trotzdem: „Ich will es ungern wieder mitnehmen“, sagt er. Also: Ab in den Händlerraum!




