Uralt-Werkzeug unterm Hammer

Hammer bei „Bares für Rares“: Preis zu niedrig, Kandidat wird frech!

Ein Kandidat wollte in der beliebten ZDF-Trödelshow ein Werkzeug verkaufen. Doch der Schätz-Preis bei der Expertise war niedriger als erhofft – da gab es einen flapsigen Kommentar!

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Experte Sven Deutschmanek, Moderator Horst Lichter und Kandidat Stefan Wolf bei der Expertise im Studio von „Bares für Rares“
Experte Sven Deutschmanek, Moderator Horst Lichter und Kandidat Stefan Wolf bei der Expertise im Studio von „Bares für Rares“ZDF

Seit Jahren kommen immer wieder Kandidaten mit ihren großen und kleinen Schätzen in die Trödel-Show „Bares für Rares“, lassen ihre Objekte von Flohmärkten, aus Kellern und von Dachböden von Profis schätzen und versuchen, sie an den Mann zu bringen. Die Teilnehmer teilen sich dabei in zwei Lager: Die einen rechnen mit wenig Geld und werden am Ende überrascht – und die anderen kommen mit hohen Erwartungen und werden bitter enttäuscht. Einen besonderen Fall gab es jetzt in der Trödel-Show: Als die Einschätzung des Experten nicht passte, wurde ein Kandidat sogar kurz frech.

Uraltes Werkzeug bei „Bares für Rares“: Was ist das denn für ein Ding?

Der ehemalige Sozialarbeiter Stefan Wolf (69) aus Berlin brachte ein uraltes Werkzeug mit in die Trödel-Show „Bares für Rares“ – ein Brett mit einem seltsamen Nagel-Kissen, das heute wohl den wenigsten etwas sagen dürfte. Er selbst finde das Objekt wunderschön, sagte er im Interview zur Sendung, „aber ich hechel keinen Flachs mehr“. Er gibt damit auch einen ersten Hinweis auf den Nutzen des Objekts – für die vollständige Expertise bei „Bares für Rares“ sorgt Experte Sven Deutschmanek.

„Das ist eine sogenannte Flachshechel“, sagt der Experte. „Es ist ein Arbeitsgerät für den vorletzten Schritt der Flachsbearbeitung.“ Bei der Flachs-Pflanze können nur die inneren Fasern für die Verarbeitung zu Leinen verwendet werden. Beim Hecheln werden die Fasern über das Nagelbrett gezogen.

Dabei trennen sich die kurzen Fasern von den langen. Die Hechel werde dazu auf einen sogenannten Hechel-Bock gespannt. Ein uraltes Handwerksgerät ist es also, was hier auf dem Expertisen-Tisch steht – hergestellt wurde es aus Holz, vermutlich um 1870.

Die Flachshechel war für den letzten Schritt bei der Bearbeitung von Flachsfasern gedacht. Nun kam das Stück bei „Bares für Rares“ unter den Hammer.
Die Flachshechel war für den letzten Schritt bei der Bearbeitung von Flachsfasern gedacht. Nun kam das Stück bei „Bares für Rares“ unter den Hammer.ZDF

Anbieter Stefan Wolf kaufte das Stück auf einem Flohmarkt, weil es ihm so gut gefiel, erzählt er. Nun will er nach der Preis-Frage von Horst Lichter 80 bis 100 Euro dafür haben. „Es darf gerne mehr sein“, fügt er an. Doch da geht Experte Sven Deutschmanek nicht mit. „Was hältst du von 60 bis 80 Euro?“ – „Wenig“, so die flapsige Antwort des Verkäufers. „Aber das ist mein Preis“, ergänzt der „Bares für Rares“-Experte. „Das habe ich verstanden, aber deshalb halte ich trotzdem nicht viel davon!“

Typisch Berliner: Eine freche Antwort, die von Sven Deutschmanek und Horst Lichter aber gekonnt weggelächelt wird. Verkaufen will der „Bares für Rares“-Kandidat das Werkzeug übrigens trotzdem: „Ich will es ungern wieder mitnehmen“, sagt er. Also: Ab in den Händlerraum!

Im „Bares für Rares“-Händlerraum gibt’s dann eine echte Überraschung!

Und dort gibt es dann noch eine echte Überraschung: Nach der ersten Begutachtung liegt das Startgebot für die Flachshechel bei sagenhaften 100 Euro, die Expertise wird also direkt überschritten. Weiter geht’s mit 130, 150 und 160 Euro. Friedrich Häusser (70) und Esther Ollick (43) streiten sich um die Flachshechel – doch am Ende bekommt Ollick für 180 Euro den Zuschlag. Der untere Expertisen-Preis hat sich damit verdreifacht – und der Verkäufer hat keinen Grund mehr, traurig zu sein. Dabei kam es ihm gar nicht so auf das Geld an, verrät Stefan Wolf. „Wichtig ist mir, dass es die Leute gut finden – und dass sie es zu schätzen wissen.“