Wolfgang Kubicki ist für seine mitunter deftigen Verbalattacken berühmt und berüchtigt, doch diesmal könnte er einen Schritt zu weit gegangen sein. Bei einer Wahlkampfveranstaltung der FDP im niedersächsischen Hildesheim bezeichnete er den türkischen Präsidenten Erdoğan als „Kanalratte“.
Kubicki hatte zuvor vor einer neuen Flüchtlingswelle in Europa gewarnt. Deutschland, so der FDP-Politiker, dürfe nicht „wieder einfach die Arme aufmachen“, wie bei der Flüchtlingskrise 2015/16. Zudem wisse er auch, wer hinter der Welle von damals stecke: „Ergoğan, die Kanalratte“, so Kubicki laut einem Bericht der Hildesheimer Zeitung.
Kubicki machte damit Erdoğan für die Flüchtlingskrise 2015 und 2016 verantwortlich. Die Türkei nahm damals jedoch selbst Millionen syrische Flüchtlinge auf, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien flohen. Besonders das militärische Engagement Russlands an der Seite des syrischen Diktators Baschar Assad heizte damals den Krieg an und trieb Millionen Syrer in die Flucht. Jedoch nutzte der türkische Autokrat Recep Tayyip Erdoğan die Flüchtlingsströme, um sich Zugeständnisse von der Europäischen Union und besonders von Deutschland, zu erpressen.
Lesen Sie auch: Um die Erde zu retten: Nasa-Sonde crasht Asteroiden – mit Absicht! >>
Ob der türkische Autokrat auf den Angriff des Bundestagabgeordneten reagieren wird, ist noch unklar. Erdoğan hatte 2016 den Satiriker Jan Böhmermann verklagt, weil der ihn in einem im ZDF vorgetragenen Gedicht beleidigt hatte.
Kubicki droht mit persönlichem Austritt aus der Koalition
Neben der Erdoğan-Schelte warnte Kubicki vor der Umsetzung der Gasumlage, die Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) eingeführt habe. Die Umlage sei „Quatsch“. Der Staat verdiene an der Umlage und Kubicki würde lieber Steuern und Abgaben darauf senken. Stattdessen sollten Atomkraftwerke länger laufen und Deutschland solle selbst Erdgas fördern.
Kubicki drohte zudem, die Regierungskoalition zu verlassen. „Wenn das so weitergeht, trete ich aus der Koalition aus“, sagte er laut Hildesheimer Allgemeine.
Auch seine eigenen Parteifreunde sparte er nicht von der Kritik aus. In Richtung derer, die weitere Waffenlieferungen an die Ukraine forderten, fragte er: „Wann kommt der Punkt, an dem Putin uns als Kriegspartei sieht?“ Stattdessen solle man die Ängste von älteren Menschen angesichts der steigenden Energiepreise berücksichtigen.



