Russland nutzt im Zuge des Ukraine-Kriegs immer wieder Gaslieferungen als Druckmittel gegen Deutschland und seine westlichen Verbündeten. Zuletzt hieß es, dass vom 31. August bis zum 2. September überhaupt kein Gas mehr über die Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt – angeblich wegen Wartungsarbeiten.
Diese Machtspielchen aus Moskau treiben den Gaspreis auf immer neue Höhen, doch echte Engpässe für Herbst und Winter in Deutschland werden zum Glück immer unwahrscheinlicher. Denn die Gasspeicher füllen sich offenbar schneller als erwartet. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) prognostiziert, dass schon Anfang September die Zielvorgabe für Oktober erreicht werde, berichtet das Magazin Spiegel unter Berufung auf einen Vermerk seines Ministeriums.
Gefahr akuten Gasmangels im Winter sinkt
„Das Oktober-Speicherziel von 85 Prozent dürfte schon Anfang September erreicht werden“, heißt es dazu im internen Vermerk des Ministeriums. Damit wird es deutlich wahrscheinlicher, dass das Land in diesem Winter einen akuten Gasmangel vermeiden kann.
Am Freitag hatte der Füllstand demnach 82,2 Prozent betragen, was rund 201 Terrawattstunden entspricht. Der Bezug von russischem Gas sei deutlich gesunken. „Im August kamen nur neuneinhalb Prozent des Gasverbrauchs über die russischen Pipelines“, zitiert das Magazin aus dem Papier. „Das Gros der russischen Pipelineimportmengen wurde über andere Wege kompensiert“, heißt es weiter.
Größere Gaslieferungen aus Norwegen und den Niederlanden
So seien in den vergangenen Monaten der Erdgasbezug aus Norwegen und den Niederlanden sowie die Importe von Flüssiggas signifikant gesteigert worden. Auch Belgien habe seit April die Gaseinspeisung erhöht. Neu als Bezugsquelle soll laut dem Ministeriumsvermerk nun Frankreich kommen.




