Todesdrama in Österreich

Kampfhund zerfleischt Joggerin auf Feldweg

Das 60-jährige Opfer war die Nachbarin der Hundezüchterin.

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Feldweg in der österreichischen Gemeinde Naarn. Hier tötete ein American Staffordshire Terrier eine 60-jährige Joggerin.
Feldweg in der österreichischen Gemeinde Naarn. Hier tötete ein American Staffordshire Terrier eine 60-jährige Joggerin.Fotokerschi.At/Taras Panchuk/APA/dpa

Eine Tragödie in einem kleinen Ort in Österreich hat das ganze Land entsetzt: Eine Joggerin wurde von einem American Staffordshire Terrier angegriffen und zu Tode gebissen. Der Hund hatte die 60-Jährige so zerfleischt, dass ihr Ehemann sie nur noch anhand ihrer Kleidung identifizieren konnte.

Zu der Todes-Attacke kam es am Montagmorgen in der Nähe des Wohnhauses der 37-jährigen Hundehalterin in Naarn bei Linz in Oberösterreich. Beim Sparziergang mit dem Hund namens „Elmo“ begegnete sie ihrer 60-jährigen Nachbarin, die auf dem Schotterweg entlangjoggte. Warum „Elmo“ auf die Frau losging, ist unklar. Offenbar hatte sich der American Staffordshire losgerissen.

Der Kampfhund hatte sich in die Joggerin verbissen und sie regelrecht zerfleischt. Die Besitzerin versuchte noch, ihren Hund wegzuzerren und erlitt dabei selbst schwere Verletzungen. Dennoch gelang es ihr, das rasende Tier ins Haus zurückzubringen. Sie alarmierte die Rettungskräfte, doch für die Joggerin kam jede Hilfe zu spät.

Der American Staffordshire Terrier wurde eingeschläfert

Die verletzte Hundehalterin kam unter Schock in die Uniklinik Linz, sie konnte zunächst nicht vernommen werden. Ihr Hund wurde laut der Plattform oe24 noch am Abend eingeschläfert. Laut ersten Ermittlungen war er wohl angeleint, trug aber keinen Maulkorb.

Der American Staffordshire war in Besitz von zwei Frauen, einem Ehepaar, die auf ihrem Grundstück die Hunde züchten. Auf Facebook teilten sie Fotos der Tiere. Wie oe24, berichtet, hatten sie zuletzt gepostet, dass der C-Wurf ihrer Zucht da sei: In 2,5 Stunden seien sieben Welpen, drei davon Rüden und vier Hündinnen zur Welt gebracht worden.

Was „Elmo“ so aggressiv gemacht hat, ist noch ein Rätsel. Wie Bild berichtet, hatte der American Staffordshire vor einem Jahr den „Lebenslangen Wesenstest“ bestanden. Hatte der frische Welpen-Wurf Einfluss auf das Verhalten des Hundes? 

Foto eines American Staffordshire in einem Tierheim. Ein Hund ähnlich wie dieser hatte die Joggerin totgebissen.
Foto eines American Staffordshire in einem Tierheim. Ein Hund ähnlich wie dieser hatte die Joggerin totgebissen.Marcus Brandt/dpa

In drei österreichischen Bundesländern ist für die Haltung von potenziell gefährlich eingestuften Rassen wie American Staffordshire Terrier eine Genehmigung oder eine Hundeführerscheinprüfung nötig. Oberösterreich gehört nicht dazu: Dort müssen alle Hundebesitzer einen Kurs absolvieren. Behörden in Oberösterreich können aber anordnen, dass einzelne Tiere nur mit Beißkorb und Leine in die Öffentlichkeit dürfen, falls sie durch Aggressivität auffallen.

In Deutschland ist es generell verboten, American Staffordshire Terrier einzuführen. Die Haltung dieser sogenannten Kampfhunde ist in den meisten deutschen Bundesländern nur mit Genehmigung von Behörden erlaubt. In Brandenburg und Bremen darf diese Rasse hingegen gar nicht gehalten werden.