Es war ruhig um den Chef-Virologen der Berliner Charité geworden: Ende März hatte Christian Drosten in einer gemeinsamen, vorerst letzten Folge mit der Virologin Sandra Ciesek „So long“ gesagt, als wäre es vorbei mit der Pandemie. Doch das Coronavirus brütet weiter: Mehr als 140.000 Neuinfektionen und 343 Corona-Tote an nur einem Tag: Auch die angeblich milde Omikron-Variante sorgt teils für schwere Erkrankungen.
Lauterbach warnte vor Corona-„Killervariante“ – Drosten reagiert auf „Nonsens“
Nun sorgen immer neue Varianten und Subtypen des Coronavirus für Wirbel in den sozialen Netzwerken und Medien. Selbst Bundesgesundheitsminister Lauterbach warnte vor einer kommenden „Killervariante“ und zog dafür viel Häme auf sich. Nun sieht Christian Drosten den Moment, wo er wieder seine Stimme erheben muss gegen den „vielen Nonsens, der hier in den vergangenen Wochen verbreitet wurde“, so schreibt er auf Twitter.
Nach dem vielen Nonsens, der hier in den vergangenen Wochen verbreitet wurde, möchte ich mal wieder ein paar Informationen zu SARS-CoV-2 geben. Derzeit werden in der SARS2-Überwachung drei neue Varianten beobachtet. 1. Omikron BA.4 und BA.5 (1/9)
— Christian Drosten (@c_drosten) April 27, 2022
Von drei neuen Varianten spricht Drosten, von denen er zwei hervorhebt: Omikron BA.4 und BA.5. Diese sind offenbar nicht aus den bisher beobachteten Omikron-Subtypen mutiert, sondern stammen aus einem gemeinsamen Omikron-Vorläufer. Was die neuen Subtypen unterscheidet, ist eine aus der Delta-Variante bekannte Mutation. In Tierversuchen mit Hamstern hat man festgestellt, dass diese die Virulenz erhöht, die Krankheitsschwere also erhöht werden könnte.
Neue Corona-Varianten mit kränker machenden Eigenschaften
„Außerdem ist Immunescape wahrscheinlich“, so Drosten weiter: Impfstoffe und körpereigene Immunität könnten, durch eine zusätzliche Mutation, die Wirkung gegen diesen Subtyp verlieren. Seit Januar habe man in Südafrika „eine schleichende Zunahme“ dieser Subtypen festgestellt, ab April dann „eine exponentielle Zunahme“. Bislang seien keine vermehrten Krankenhauseinweisungen beobachtet worden. „Aber das könnte sich in den kommenden zwei Wochen einstellen.“



