Rund 3000 Seen liegen allein in Brandenburg, mehr als die Hälfte der Campingplätze sind keine 500 Meter vom nächsten Ufer entfernt. Dazu die Ostsee, die Mecklenburgische Seenplatte und die gefluteten Tagebaue der Lausitz. Für Hunde heißt das: kurze Wege zum Wasser, flache Ufer, viel Platz zwischen den Stellplätzen – und manchmal ein Hundestrand oder sogar ein privater Ausführdienst.
Schloss-Camping inklusive Hundesausführer
Tür auf, Leine dran, runter zum Wasser, bevor der Platz wach ist. Für Hundehalter ist Camping vor allem das: ein Urlaub, der um Gassirunden herum gebaut ist. Der Königliche Campingpark Sanssouci in Potsdam hat daraus ein Angebot gemacht – und vermietet nicht nur Stellplätze, sondern Hundeausführer gleich mit dazu. Der Ausführdienst ist gedacht für Stunden, in denen Herrchen im Schloss steht und der Hund eben nicht mit hinein darf.

Der Platz liegt direkt am Ufer des Templiner Sees, mitten im Landschaftsschutzgebiet. Sechs Hektar naturnahes Gelände, alte Eichen, 170 Standplätze zwischen 70 und 100 Quadratmetern. Und besonders toll für Hundehalter: Von den rund 650 Metern Uferstreifen ist ein Abschnitt separat für Gäste mit Hunden ausgewiesen.
Aber der Platz warnt selbst: Schnell ausgebucht, bitte früh anmelden. Wer mit dem Vierbeiner im Osten campen will, plant also besser eher zu früh als zu spät.
Am Woblitzsee gehört der Trainer zum Platz
Zweite Empfehlung: das Havelberge Camping Resort am Westufer des Woblitzsees bei Userin, kurz vor Wesenberg in der Mecklenburgischen Seenplatte. Neben dem allgemeinen Badebereich mit Sandbucht und Badeinsel gibt es hier laut PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC, ebenfalls einen separaten Hundestrand – und einen professionellen Hundetrainer direkt dazu.

Rundherum gibt es Kanutouren, Wasserwanderungen und geführte Radausflüge. Der Müritz-Nationalpark liegt in Reichweite, samt eigenem Hundestrand am See. Für Hunde, die Wasser lieben, aber lieber ohne Wellen planschen, ist die Seenplatte die bessere Wahl.
Graal-Müritz: 500 Plätze und eine Räucherei am Weg
An der Ostsee ist laut PiNCAMP das Ostseecamp Rostocker Heide in Graal-Müritz für Hundehalter zu empfehlen. Es liegt in einem Küstenschutzwald, hat 500 Standplätze, einen langen Sandstrand und einen eigenen Hundestrand neben dem FKK-Abschnitt.
Wer es kleiner mag: Das Ostseecamping Beckerwitzer Strand bei Hohenkirchen zwischen Wismar und Boltenhagen wird von Paul Camper wegen der weitläufigen Hundestrände empfohlen. Ein Camper lobte den Platz als klein, ruhig und ohne den üblichen Schnickschnack. Zwei Konzepte, ein Versprechen: Salzluft und Auslauf.
Vier Hundestrände an einem einzigen Tagebausee
Und dann ist da die Lausitz: der Punkt, an dem der Osten wirklich etwas kann, was andere Regionen nicht bieten. Die Tourismusregion Lausitzer Seenland weist am Senftenberger See allein vier Hundestrände aus: in Großkoschen, Niemtsch, Senftenberg und an der Südsee.

Weitere liegen am Bärwalder See, am Halbendorfer See, am Dreiweiberner See und am Silbersee. Das sind alles geflutete Tagebaue, also Landschaften, die es ohne die DDR-Braunkohle nie gegeben hätte. Für Hunde bedeutet das: flache Ufer, kaum Naturschutz-Sperrzonen, kurze Wege.


