Mann (74) stirbt nach Bad im Meer

Killer-Keime in der Ostsee! Wie gefährlich sind Vibrionen?

Welche Symptome hat man bei einer Vibrionen-Infektion? Was muss man tun?

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Wer älter und vorerkrankt ist oder offene Wunden hat sollte auf ein Bad in der Ostsee besser verzichten.
Wer älter und vorerkrankt ist oder offene Wunden hat sollte auf ein Bad in der Ostsee besser verzichten.Stefan Sauer/dpa

Bakterien-Gefahr in der Ostsee! Vibrionen breiten sich aus, sie können für manche Menschen lebensgefährlich werden. In Mecklenburg-Vorpommern gab es bereits einen Todesfall in diesem Jahr. Ein 74-jähriger Bade-Urlauber hat die Infektion nicht überlebt.

Gefährlich sind die Bakterien laut Robert-Koch-Institut (RKI) vor allem für ältere sowie immungeschwächte Personen. Wer an Diabetes, Lebererkrankungen oder Krebs vorerkrankt ist, hat demnach ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung und einen schweren Krankheitsverlauf. Junge und gesunde Erwachsene erkranken nur selten. Der 74-Jährige, der nach der Vibrionen-Infektion starb, hatte laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) offene Wunden und war chronisch krank.

Auf die erste erfasste Vibrionen-Infektion der aktuellen Badesaison hatte das Lagus bereits Ende August hingewiesen – betroffen war eine 86-Jährige, die in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Auch sie hatte chronische Vorerkrankungen und eine offene Wunde.

Gefährliche Vibrionen-Keime in der ganzen Ostsee

Von der West- bis zur Ostküste Mecklenburg-Vorpommerns sind an verschiedenen Kontrollstellen Vibrionen nachgewiesen worden, informierte das Lagus. Die Bakterien machen natürlich an den Landesgrenzen nicht Halt, die gefährlichen Keime gibt es in der Ostsee von Schleswig-Holstein bis Polen. Badegäste, die zu den Risikogruppen gehören und Hautverletzungen haben, sollten den Kontakt mit Meer- oder Brackwasser vermeiden.

Die Bakterien (Vibrio vulnificus) leben im salzhaltigen Wasser. Bei warmen Wassertemperaturen über 20 Grad sowie einem Salzgehalt von etwa 0,5 bis 2,5 Prozent vermehren sie sich rasant. Über kaum sichtbare Wunden oder im Wasser entstandene Verletzungen können sie in den Körper eindringen. Ein frühes Anzeichen für eine Infektion mit Vibrionen ist laut RKI ein Schmerz in einer Wunde – und zwar einer, der so stark ist, dass er in keinem Verhältnis zur Größe der Wunde steht. Zudem können auch Fieber und Schüttelfrost auf eine Infektion hindeuten.

Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine Infektion – auch bei Risikopatienten – mit Antibiotika in den Griff bekommen. Wird sie nicht oder erst zu spät behandelt, kann eine Amputation der betroffenen Gliedmaßen notwendig sein.