Die Geschäftsführerin des Grimme-Instituts Frauke Gerlach, appelliert an ARD und ZDF, auf teure Sportrechte in Zukunft ganz zu verzichten.
„Wir brauchen die Akzeptanz, und Fußball verbindet. Aber das ist etwas, was der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich perspektivisch nicht mehr leisten kann und nicht mehr leisten wird“, sagte Gerlach im Interview mit der „Neuen Ruhr/Rhein Zeitung“.
Der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk sei gefordert, immer wieder neu eine Begründung für seine Beitragsfinanzierung zu liefern, so Gerlach.
Muss Tino Chrupalla im ZDF-Sommerinterview sitzen?
Dazu braucht es ein unabhängiges, werteorientiertes und wissensbasiertes Programm. Gleichwohl müssten Vertreter aller demokratisch gewählten Parteien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu Wort kommen dürfen. Ob allerdings, wie jüngst im ZDF, ein Sommerinterview mit dem AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla das richtige Format sei, „ist vielleicht zweifelhaft“, erklärte Gerlach.
Öffentlich-rechtliche Medien müssten auch ihren Beitrag zu Aufklärung und Bildung leisten. Das schließe auch Unterhaltungssendungen ein. Sie wünsche sich allerdings , so Frauke Gerlach, „dass mehr von den Schätzen aus der Mediathek im linearen Fernsehen zu attraktiven Zeiten programmiert wird. Denn das ist doch der Reiz: dass ich dort von Sendungen auch mal überrascht werde.“


