Ihre Opfer waren 88, 74 und 90 Jahre alt: Nach einer miesen Serie von Diebstählen stand mit Toader M. (50) einer der Täter vor Gericht.
Der Trick: In ein Gespräch verwickeln, Schlüssel aus der Tasche klauen und Opfer weiter im Blick behalten, während einer der Täter in der Wohnung nach Bargeld und Schmuck sucht.
Um vier Taten in Reinickendorf und Spandau ging es nun. M. war vor drei Monaten festgenommen wurde. Er stand laut Anklage Schmiere. Modus Operandi: Sollte ein Opfer während des Diebstahls vor dem Haus auftauchen, dann Geschichte erfinden, ablenken.
Auf einen Rollator gestützt betrat Marlies B. (88, Namen der Opfer geändert) nun den Gerichtssaal. Sie war am 6. Mai auf dem Weg zur Physiotherapie, als sie an einer U-Bahn-Station von einem Mann angesprochen wurde. Die Rentnerin: „Er fragte nach einer Adresse.“
Der Trickdieb griff unbemerkt in ihre Jackentasche
Der Typ griff unbemerkt in ihre Jackentasche, kam an ihre Schlüssel, verabschiedete sich scheinheilig. Während dieser Täter in die Wohnung von Marlies B. schlich, stand M. vor dem Haus Schmiere. Als sie kam, habe er sie weggelockt: „Eine Frau mit Hund fand die Schlüssel.“
Sie dachte, sie hätte die Schlüssel verloren. Sie bemerkte am Abend: Schubladen und Schränke waren durchwühlt. Wie schäbig: 974 Euro weg, die Eheringe ihrer Eltern, auch der Ehering ihres verstorbenen Mannes.
Trickdieb bekam hartes Urteil
Der Ring, den sie fast immer trug. Marlies B.: „63 Jahre waren wir verheiratet, ich hatte den Ring an einer Halskette.“ Aus Sorge, er könnte bei der Therapie verloren gehen, hatte sie die Kette zu Hause gelassen.
Einen Tag vor dem Klau bei Marlies B. hatten die Täter Ilse W. (74) bestohlen. Auch sie wurde an einer Haltestelle nach einer Adresse gefragt. Ein zweiter Mann behauptete, seine Oma wohne in der Nähe. Ilse W.: „Im Bus merkte ich, dass der Reißverschluss meiner Jacke offen ist, der Schlüssel fehlt.“



