Mit einer Knarre soll Hussein A. K. (72) seiner Ex (46) aufgelauert, sie an einer Ampel niedergeschossen haben. Nun der Prozess wegen versuchten Mordes.
Der Rentner schob die Brille in die weißen Haare, klagte über Schmerzen. Seit acht Montagen sitzt des einstige BVG-Busfahrer in Haft. „Geschieden, Deutscher, sechs Kinder“, gab er zu Protokoll.
Die Mutter seiner drei jüngsten Kinder ist Malika M. (Name geändert). Sie soll den in Jordanien geborenen Mann übers Internet kennengelernt haben. 2007 Heirat nach islamischem Recht, 2008 das erste Kind.
Sie sollen sich Ende 2018 getrennt haben. Vier Jahre später die Attacke. Es geschah am 5. Dezember gegen 16.40 Uhr vor dem Kulturhaus Urania (Schöneberg). Mitten im Berufsverkehr wurde Malika M. von einer Kugel aus einem Revolver im Rücken getroffen.
Waffen-Opa und Ex-Busfahrer Hussein soll aus kurzer Distanz geschossen haben
Hussein A. K. soll „aus kurzer Entfernung“ geschossen haben. Dann sei er auf die Frau zugelaufen. Die Anklage: „Doch ihr gelang die Flucht auf die Mittelinsel der Straße, noch bevor er in der Lage war, weitere Schüsse abzugeben.“
Viele Passanten waren unterwegs an jenem Montagnachmittag. Der Schütze floh. Malika M. musste notoperiert werden. Vier Tage später wurde A. K. verhaftet.
Schon einmal stand der Waffen-Opa und Ex-Busfahrer vor Gericht
Die Frau ist nun Nebenklägerin. Persönlich erscheinen will sie nicht. Ihre Anwältin: „Sie hat große Angst vor dem Angeklagten.“ Und: „Bei einem Aufeinandertreffen ist eine Retraumatisierung zu befürchten.“ Aussagen möchte die Frau nur audiovisuell.
Er stand bereits 2021 vor Gericht. Damals ging es auch um mutmaßliche Gewalt gegen seine Ex. Ein Vorfall kurz nach der Trennung Anfang 2019. Der Vorwurf damals: Mit einer umgebauten Schreckschusswaffe habe er sie an der Schulter verletzt. Er bestritt: „In einem Gerangel löste sich ein Schuss.“ Er habe nicht gezielt. Er bekam ein Jahr auf Bewährung wegen fahrlässiger Körperverletzung.



