Es ist ja schwer, Annalena Baerbocks Pannenflieger nicht symbolisch zu sehen. Da wäre zum einen die Politikerin einer Partei, deren größtes Anliegen der Umweltschutz ist, die nicht weiterkommt, weil ihre Flugzeuge (ein Fortbewegungsmittel, das für fünf Prozent der Klimaerwärmung verantwortlich ist) reihenweise ausfallen. Gehen die Grünen jetzt gegen den Klimawandel vor, indem sie sich jedes Flugzeug einzeln vornehmen?
Zum anderen wäre da die Außenministerin, die westliche Werte nach China bringen will – und die ausgerechnet in den Vereinigten Arabischen Emiraten strandet, deren engster Kontakt mit westlichen Werten wahrscheinlich europäische Steuerflüchtlinge sind.
Flugbereitschaft versagt nicht nur bei Annalena Baerbock
Aber wenn ich ganz ehrlich bin, war mein erster Gedanke gar nicht so hochgegriffen. Als ich von Baerbocks Pannenflieger gehört habe, war das Erste, was mir durch den Kopf gegangen ist: „Der geht es ja so wie mir!“ Und da ist sie übrigens nicht die Einzige. Auch Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier haben die „Kompetenz“ der Flugbereitschaft aus erster Hand mitbekommen.

Man fühlt eine gewisse Genugtuung, wenn Mitglieder der Regierung die gleichen Probleme mit der deutschen Infrastruktur haben wie das gemeine Volk. Ob Verspätungen, technische Störungen oder Ausfälle. Wer mit Bus und Bahn unterwegs ist, kennt das frustrierende Erlebnis Annalena Baerbocks nur zu gut. Und es wird natürlich nur noch schlimmer: Wir haben es veralteten Gleisen und Bahnen zu verdanken, dass in Berlin die öffentlichen Verkehrsmittel immer langsamer werden, sich die Ausfälle immer mehr häufen.



