Freitag wird ein ganz besonderer Tag für Palko Dardai (24). Erst zum zweiten Mal ist der Flügelflitzer bei einem Hertha-Heimspiel in der Startelf. Aber zum ersten Mal voller Genuss beim Einlaufen auf den Rasen des Olympiastadions, wenn es gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden (18.30 Uhr) geht. Es ist für ihn eine lange Reise von sechs Jahren zum echten blau-weißen Glück. Doch plötzlich ist er von null auf hundert Stammspieler.
Palko Dardai unterschrieb vor neun Tagen seinen Vertrag bei seinem Herzensverein. Endlich wieder daheim nach zweieinhalb Jahren beim ungarischen Klub Fehervar FC. Was er da noch nicht ahnen konnte, wie schnell er zum Einsatz kommen wird. Nur fünf Tage später spielte er ab der 31. Minute beim 0:1 in Düsseldorf. So war das von seinem Vater und Cheftrainer Pal Dardai eigentlich gar nicht vorgesehen.
Weil Marten Winkler in der Saisonvorbereitung Vollgas als Rechtsaußen gab, hatte der erst mal den Vorzug vor Palko bekommen. Doch dann passierte das Unglück: Winkler knickte mit dem linken Fuß so brutal unglücklich um, dass er ausgewechselt werden musste und jetzt erst mal ein paar Wochen mit einer Bänderverletzung pausieren muss. Palko Dardai ist jetzt unverhofft und ganz schnell Stammspieler geworden.
Pal Dardai: „Palko und Fabian Reese auf den Flügeln“

Dardai Senior legt sich schon vor dem Heimspiel fest: „Er ist die Option. Er kann auch mal mit Fabian Reese die Flügel wechseln. Da haben wir auf beiden Seiten Spieler, die Torgefahr ausüben können und flanken können. Wenn nichts passiert, werden beide anfangen.“ Palko hat es geschafft.
Doch dafür musste er auch lange warten, so manchen Rückschlag hinnehmen und Hindernisse umkurven. Im Dezember 2017 gab der älteste Dardai-Sohn sein Heimspiel-Startelf-Debüt in der Europa League beim 1:1-Heimspiel gegen Östersund. Knapp 16.000 Zuschauer verloren sich im bitterkalten Olympiastadion. Hochgenuss fühlt sich anders an.
In der Bundesliga durfte Palko Dardai aber erst am 32. Spieltag im April 2018 beim 2:2 gegen Augsburg für 19 Minuten ran. In der Saison 2018/19 stand er das bisher erste und einzige Mal am 5. Spieltag beim 1:3 in Bremen in der Startelf. Danach folgten in der Saison nur noch fünf Mini-Einsätze. Ja, unter Papa Pal hat man es schwerer als jeder andere Spieler.
Palko Dardai: Karriere-Schub in Ungarn

Doch für Palko wurde es noch bitterer. In der darauffolgenden Saison wurde er zu Herthas U23 zurückbeordert. Nach anderthalb Jahren war erst mal Schluss bei Hertha. Im Januar 2021 wechselte er zu Fehervar FC. Das war sein Karriere-Schub auf Umwegen. In zweieinhalb Jahren war er für den ungarischen Klub 89-mal im Einsatz, 16 Treffer selbst geschossen - und noch wichtiger - 26 Tore vorbereitet.






