Mehr kann ein Geburtstag nicht versaut werden. Herthas Toni Leistner hatte sich so richtig auf seinen 33. Ehrentag gefreut. Spiel bei seinem Ex-Klub HSV. Doch alles ging gründlich nach hinten los. Chancenlose 0:3-Klatsche und dazu noch eine gebrochene Nase. So fies endete Leistners erster Geburtstagskick seiner gesamten Profikarriere.
Seine krumme Nase, die auch noch nach dem Abpfiff blutete, hatte er sich in der 49. Minute im Luftduell mit Hamburgs Laszlo Benes abgeholt, der ihm den Ellbogen ins Gesicht rammte. Der Vorzeigekämpfer nahm das mit Humor und sagte: „Grundsätzlich kenne ich mit großen und schiefen Nasen aus. Die wird wieder gerichtet und dann geht es nächste Woche weiter.“ Knallharter Leistner!
„Zum Glück bin ich verheiratet und nicht mehr auf der Suche“, fügte er bei TV-Sender Sky an. „Ich war schon vorher nicht der Hübscheste. Jetzt ist die Nase eben krumm.“

Doch noch härter war dann seine Kritik nach diesem Spiel: „Ja, wenn man sieht, dass uns nach vorne gefühlt gar nichts einfällt, dann muss man auch sagen, dass die Qualität ein wenig nicht da ist. Daran müssen wir arbeiten. Vielleicht wird der Verein noch reagieren, damit wir das Übergangsspiel von hinten nach vorne noch besser bestreiten.“
Leistner: „Wir haben noch keine Einheit auf dem Platz“
Dann wird er noch schärfer: „Ich habe das Gefühl, dass die Struktur noch fehlt, dass es noch nicht gemeinsam ist. Jeder versucht, gibt sein Bestes, aber es ist noch die Einheit. Wir haben uns noch nicht so richtig gefunden auf dem Platz. Wenn man in der ersten Halbzeit gar keine Torchance hat, ohne Körpereinsatz, dann agiert wahrscheinlich jeder für sich. Wir sind jetzt 26 Mann, das ist das Spielermaterial. Wir müssen arbeiten, da hilft kein Jammern.“
Pal Dardai: „Das war ein Klassenunterschied“

Das sah auch Herthas Torwart Tjark Ernst ähnlich: „Diese neue Mannschaft muss sich noch finden. Das braucht leider seine Zeit. Wir stehen mit null Punkten da. Das ist die Realität und der müssen wir uns stellen und Gas geben. Wir haben einen starken Teamgeist, das müssen wir jetzt nur auf dem Platz hinkriegen.“





