Hertha BSC mit Fehlstart in der Zweiten Liga: Null Punkte, null Tore, Tabellenletzter! Nächster Versuch am Sonnabend (13 Uhr) gegen Greuther Fürth im Olympiastadion. Klappt es diesmal mit der Wende? Im Fokus steht der neue Mittelstürmer Haris Tabakovic (29). Schießt der Schweiz-Bosnier endlich sein erstes Liga-Tor? Damit es klappt, wendet Trainer Pal Dardai ein paar Tricks an.
Der Coach ist überzeugt, dass Tabakovic knipsen wird: „Er wird spielen. Bei einem Mittelstürmer bin immer konsequent. Wenn ich mich für einen entschieden habe, dann bekommt er erstmal Vertrauen. Das sind alles Künstler. Jede Woche jemand anders spielen lassen, nein.“ Dardai will Tabakovic auf keinen Fall verunsichern. Denn das wäre noch schlechter für das Selbstbewusstsein.
Doch wer Dardai kennt, weiß, dass er dabei nicht nur nett ist, sondern auch brutal ehrlich, um aus den Spielern alles heraus zu kitzeln. „Ich habe diese Woche mit ihm ein bisschen geredet. Zweite Liga ist etwas anderes, die ist körperbetont. Daran muss er sich gewöhnen. Ich habe versucht, ihm ein paar Tipps zu geben“, erklärt der Trainer. Doch dabei blieb es nicht.
Dardai holt die Pfeife raus

Im Training holte Dardai die Pfeife heraus. Bei falschen Laufwegen oder Stellungsspiel des Stürmers wurde unterbrochen. „Ich pfeife im Training auch einiges ab, wenn er es nicht so macht. Das muss er akzeptieren. Das habe ich ihm auch gesagt“, so der Coach. Ja, auch mit 29 Jahren muss und will Tabakovic noch dazulernen.
Bei seiner Verpflichtung vor dreieinhalb Wochen sagte der Stürmer, der für 500.000 Euro Ablöse von Austria Wien kam: „Es ist mein Ziel, mich möglichst schnell einzuleben, meine neuen Kollegen kennenzulernen und dem Team zu helfen.“ Eine Wohnung hat er mittlerweile gefunden und kann bald mit seiner Freundin Sabrina Rosopulo (29), einem Fashion-Model, einziehen. Doch jetzt muss es auch mit blau-weißen Toren klappen.
Tabakovic: „Hamburg war eine Demütigung“

Bei seinem Debüt vor drei Wochen, als er für den verletzten Florian Niederlechner bereits in der ersten Halbzeit gegen Wehen Wiesbaden (0:1) spielte, sah es alles schon ganz gut aus. Im Pokal beim 5:0 in Jena traf er artistisch per Fallrückzieher. Doch beim 0:3 in Hamburg ging Tabakovic, genau wie alle anderen Offensivspieler, unter. Dardai: „Gegen Hamburg war es das komplette Spiel, was nicht lief, nicht nur bei ihm lief es nicht. So ist das Leben.“





