Wie die Zukunft von Torwart Marius Gersbeck (28) bei Hertha BSC aussieht, weiß noch keiner. Aber Trainer Pal Dardai legt sich jetzt schon fest, wer seine Nummer 1 ist. Unabhängig davon, wie die Ermittlungen wegen Gersbecks Prügelnacht in Österreich ausgehen und wie dann die Vereinsgremien über den Keeper entscheiden. Dardai favorisiert den jungen Keeper Tjark Ernst (20), der beim 5:0 im Pokal alles richtig machte: „Tjark bleibt die Nummer 1, egal, ob er Fehler macht.“
Dardai ist vollkommen überzeugt von Ernst, dessen Vater Thomas selbst Bundesliga-Torwart war, und schickt via Pressekonferenz sogar nette Grüße ins Elternhaus des jungen Torwarts: „Tjark ist ein stabiler Junge. Da kann er sich bei seinem Vater und seiner Mutter, seinem Elternhaus, aus das er kommt, bedanken. Das Bedanken ist nicht für mich oder für uns. Nein, wir trauen ihm die Aufgabe einfach zu.“
Tjark Ernst hat Nervenstärke bewiesen bei der 5-Tore-Gala in Jena, als er teilweise unterbeschäftigt war und trotzdem im richtigen Moment zupackte. Auch Sonnabend (20.30 Uhr) beim Hammerspiel im ausverkauften HSV-Stadion steht Ernst ohne Wenn und Aber im Kasten.
Dardai: „Tjark Ernst darf Fehler machen“

Dardai weiß, wie man mit jungen Talenten umgeht und gibt diese Botschaft an Ernst: Keine große Gedanken machen. Es passiert gar nichts. „Wenn er einen Fehler macht, muss man das in dem Alter akzeptieren. Davon lernt er. Wenn er jedes Spiel gut hält, wird er nicht lernen. Egal ob er Fehler macht, er bleibt die Nummer 1“, sagt der Trainer.
Das ist eine Aussage, die weitreichender ist, als so mancher gerade denke könnte. Sie heißt nämlich: Egal, ob Gersbeck zurück ins Team kommt oder vielleicht bis Transferschluss noch ein anderer Keeper kommt, Ernst bleibt die Nummer 1.
Auch Sportdirektor Benjamin Weber steht voll hinter Ernst: „Das trauen wir ihm zu, absolut. Auch die erste Pokalrunde oder das Spiel am 34. Spieltag in Wolfsburg waren Drucksituationen für Tjark. Wir haben vollstes Vertrauen in ihm, dass er das als Ansporn sieht.“



