Die anderen glänzten mit fünf Treffern, Fabian Reese (25) glänzte bei Herthas 5:0 im Pokal in Jena mit vier Torvorbereitungen. Zwei davon hat man bei Hertha BSC schon lange nicht mehr so gesehen. Der neue linke Flügelflitzer hat nicht nur Nagellack an den Fingern, sondern richtig Wumms in den Armen. Zwei Reese-Einwürfe führten zu Toren. Hertha hat eine Waffe mehr im Sturm.
Reese, der gebürtige Kieler, hat sich da wohl etwas von den Handballern des THW Kiel abgeschaut. 47. Minute: Aus dem Stand warf Reese von der Seitenlinie in einer hohen 30-Meter-Bogenlampe in den Strafraum. Stürmer Haris Tabakovic nahm den Ball kurz an und verwandelte mit Rückzieher zum 2:0.
Und weil es so schön war, gab es zwei Minuten später gleich Nachschlag. Diesmal nahm Reese Anlauf, der Wurf noch weiter, über 40 Meter, aber noch präziser. Innenverteidiger Toni Leistner stieg hoch und leitete zu Marco Richter weiter, der einnetzte. Zweimal Einwurf, zweimal Jena komplett übertölpelt. Oder doch nicht ganz?
Dardai: „Das üben wir seit Wochen“

Trainer Pal Dardai verrät den Trick von Einwurf-Gott Reese: „Das üben wir seit vier Wochen im Training. Und der Gegner wusste es. Du kannst es also als Gegner wissen, aber wenn du es gut machst, dann wird es für den Gegner sehr schwierig.“
Die einstudierten Einwürfe gehören mit zum Repertoire im Offensivspiel. Dardai: „Wir haben es schon vergangene Saison versucht, da hat es noch nicht so geklappt. Jetzt haben wir mit Toni und seiner Größe in der Box eine Variante mehr. Und mit Fabian haben wir einen, das ist richtig schmerzhaft für den Gegner.“
Hertha hatte schon mal einen echten Einwurf-Spezialisten. Es war in den 90er-Jahren Andreas Schmidt (49, jetzt im Aufsichstrat). Dardai erinnert sich: „Ja, Andi hat es damals gut gemacht, bis er sich irgendwann dabei die Schulter ausgekugelt hat.“
Reese, der Mann mit den dicken Armmuskeln

Das wird bei Reese nicht passieren. Denn der Vollgas-Profi hat richtig Muskeln in den Armen und Schultern. Seine Kämpfer-Gene reißen gerade alle bei Hertha mit, und Dardai lobte schon nach den ersten Trainingstagen mit ihm: „Fabian ist hoch professionell, hat eine super Mentalität und schont sich nicht. Wenn du acht Spieler wie ihn auf dem Platz hast, bist du zufrieden.“




