Ein Wandervogel war Ishak Belfodil (31) schon immer. Bevor der algerische Nationalspieler 2021 zu Hertha kam, hatte er schon bei zwölf Klubs gespielt. Nach nur einem Jahr ging der Stürmer wieder. Belfodil zog es 2022 in die Wüste ins WM-Gastgeberland Katar. Dort unterschrieb er einen Zwei-Jahres-Vertrag beim Scheichklub Al- Gharafa SC. Doch da blieb er auch wieder nur zwölf Monate. Donnerstag unterschrieb er bei Sabah FK. Kennen Sie nicht? Der Klub kommt aus Aserbaidschan.
Ist das nun ein Abstieg oder die pure Abenteuerlust? Kicken im Kaukasus bei einem Retortenklub in der Nähe der Hauptstadt Baku. Sabah FK wurde erst 2017 gegründet, stieg ein Jahr später in die erste Liga Aserbaidschans auf. Vergangene Saison wurde der Klub Vize-Meister und spielte bis zur dritten Quali-Runde der Conference League.
„Ich bin sehr glücklich hier zu sein. Ich kann es kaum erwarten, das erste Mal für Sabah zu spielen. Es ist ein junger Klub. Für mich ist es ein wichtiges Ziel, in die Klubgeschichte einzugehen“, sagte der Stürmer, der dort einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Er trifft dort auf ein buntgemischte Truppe aus Aserbaidschanern, Spaniern, Russen, Brasilianer, Marokkaner, Nigerianer. Sogar ein Luxemburger und ein Flügelstürmer aus Curacao sind dabei. „Wir wollen den Fans Freude bringen“, sagt Belfodil.
Er selbst hatte vor drei Monaten nichts mehr zu lachen. Ein Streit mit seiner jüngeren Schwester endete auf einem französischen Polizeirevier. Das 15-jährige Mädchen sollte angeblich von Belfodil gewürgt worden sein. Nach einer Anhörung wurde die Anklage wegen Haltlosigkeit sofort wieder fallengelassen. Doch da war diese Geschichte schon öffentlich und einige schrieben von Mordversuch.
Belfodil traf sechsmal für Hertha BSC

Belfodil wehrte sich: „Ich hoffe, dass alle Pseudozeitungen, die um jeden Preis nach Klicks suchen, die wahren Nachrichten verbreiten. Meiner kleinen Schwester und mir geht es sehr gut.“ Das Schlimme ist: Irgendetwas bleibt immer hängen. Vielleicht findet er jetzt im fernen Aserbaidschan Abstand zu diesem Tiefschlag.




