Zweite Liga und Hertha BSC – das ist weiter Achterbahn pur. Vorhersagen kann man das nicht. Mit 3:2 (2:0) feiern die Blau-Weißen in Kiel den ersten Auswärtssieg. Aber der ist wirklich nichts für schwache Nerven. Erst ein Elfmeterdrama kurz vor Schluss gibt der Sache den richtige Kick.
Trainer Pal Dardai hatte nach dem 3:0 über Braunschweig unter der Woche wieder ganz viel getüftelt und geschraubt und ein nahezu perfektes Setup gefunden. Im Sturm setzt der Coach mit Smail Prevljak auf eine Doppelspitze neben Torjäger Haris Tabakovic. Ins Tor kehrt Tjark Ernst nach auskurierter Magen-Darm Grippe für Robert Kwasigroch zurück.
Hertha ist sofort in der Partie. Kiel, nach der 1:5-Klatsche auf St. Pauli um Wiedergutmachung bemüht, arbeitet sich erfolglos ab und als die Störche erstmals Luft holen, schlägt Hertha eiskalt zu. Erst versenkt Prevljak eine Vorlage von Fabian Reese zum 1:0, dann legt Reese einen Freistoß auf Prevljak ab. Dessen Schuss klatscht Kiels Keeper Timon Weiner direkt vor die Füße von Andreas Bouchalakis ab und der Grieche staubt zum 2:0 ab.
Auf eine Halbzeit wie gemalt lässt Hertha den Albtraum folgen
Eine Halbzeit, wie gemalt für Hertha. Doch in der Kabine verlieren die Blau-weißen komplett den Faden. Kiel kommt volle Pulle zurück auf den Platz und ist plötzlich in allen Belangen überlegen. Im Scheibenschießen sind Tore nur eine Frage der Zeit. Erst trifft Benedikt Pichler per Kopf nach einer Ecke (54.), drei Minuten später versenkt der Ex-Unioner Steven Skrzybski mit etwas Glück einen Elfmeter (57.), nachdem zuvor Toni Leistner Kiels Pichler im Strafraum gelegt hatte.
Binnen drei Minuten ist alles wieder auf Ausgangslage. Kiel lässt nun etwas Luft ran und genau in dieser Pause rappelt sich Hertha zusammen. Die Blau-Weißen wehren sich gegen die nächste Auswärtsklatsche und bekommen auch wieder Zugriff aufs Spiel. Den Punkt setzt keiner mit Hurra-Stil aufs Spiel. Gefährlich, aber erfolglos bleiben beide. Bis Herthas Elfmeterlotto kurz vor Schluss beginnt.

