Die 9. Minute beim 5:0 der Eisbären gegen Nürnberg. Keine spielentscheidende. Kein Tor, keine Strafe, keine wichtige Entscheidung der Schiris. Nur das erste Powerbreak der Partie. Also die Pause, damit das TV schnell mal Werbung senden kann. Für die Spieler die Chance, kurz durchzupusten. Für die Trainer Gelegenheit, taktische Korrekturen vorzunehmen, aufmunternd auf Schultern oder Helme zu klapsen. Eishockey-Alltag. Doch ist diese 9. Minute an diesem Sonntagnachmittag in der MB-Arena eine ganz besondere.
In der Gegen- und der Fankurve werden in der Spielunterbrechung große Transparente entrollt. „Stay strong, Ingo“, ist da zu lesen. Ein Gruß der Fans an einen der ihren. „Eisbären helfen Eisbären“. Der EHC machte es sogar möglich, dass das Ganze auch über den normalerweise mit Werbung ausgebuchten Videowürfel der MB-Arena flimmerte. Stark! Verein und Fans vereint – so soll es sein.

Die Aktion „Eisbären helfen Eisbären“ gibt es seit 2014, initiiert einst vom Fanclub Block 417 und Freunde, mit der Zeit solidarisierten sich immer mehr Gruppierungen aus dem EHC-Lager. Es geht nicht darum, die Welt zu retten. Es geht darum, im kleinen Eisbären-Kosmos zusammenzustehen, wenn das Leben auf einmal zur dauerhaften 3-gegen-5-Unterzahl wird.
Bei einer Herz-OP gab es plötzlich Komplikationen
Wenn zum Beispiel nach vielen Jahren die Dauerkarte plötzlich zum finanziellen Problem wird und so unverschuldet das Aus aus der geliebten Gemeinschaft droht. Oder ein ungewollter Umzug das Fan-Budget sprengt. Da wird geholfen, unkompliziert, unter sich. Doch diesmal geht es um so viel mehr. Deshalb gehen Block 417 und Co. diesmal auch auf die große Bühne.
Ingo (60), Redakteur der Fan-Zeitung Eis-Dynamo und seit 1993 von Anfang an dabei, wurde vom Schicksal böse gecheckt. Ein Hinterwand-Infarkt blieb lange unentdeckt und schädigte das Herz schwer. Bei einer der dann nötigen Operationen gab es auch noch eine plötzliche Komplikation. Für Ingo, seit 30 Jahren EHC-Dauerkartenbesitzer, wurde die Lage immer dramatischer.
Eine Mailadresse für die, die auch mithelfen wollen
Da sich für die erste Reha auch kein Platz in und um Berlin finden ließ, wurde Ingo nun in die Nähe von Dresden verlegt. Für seine Heidi kommen zu allem Bangen, Hoffen und allem Schmerz so auch noch reichlich Ausgaben obendrauf, wenn sie, so oft es geht, ihrem Ingo hautnah zur Seite stehen will.


