Die Agentur DDR-Fotoerbe verlängert wegen der großen Nachfrage ihre Ausstellung „Das andere Leben. Ost-Berlin zwischen Mauerbau und Mauerfall“ in ihren eigenen Räumen in der Pfarrstraße noch bis zum 10. November. Gezeigt werden Bilder von den Fotografen Volkhard Kühl, Mario Rietz und Thomas Uhlemann.
Die Ausstellung zeigt „Blicke durch die offensichtliche und unterschwellige Linse von verschiedenen Fotografen aus ostdeutscher Sicht: Von der Auftragsarbeit über Bildaussagen ‚zwischen den Zeilen‘ bis hin zum offenen kritischen Blick präsentieren wir die Entwicklung und das Leben im Ostteil der Stadt vom Mauerbau 1961 bis zur Deutschen Einheit 1990.“
Einer der Fotografen, dessen Bilder in der Ausstellung gezeigt werden, ist Thomas Uhlemann. Er war zuletzt auch als Fotograf für den Berliner Kurier tätig. „Wir sind froh, dass unsere Bilder nicht in Vergessenheit geraten und in Archiven verstauben“, sagt er. Er habe gerade zu Beginn seines Berufslebens und während des Studiums von 1981 bis 1985 das Glück gehabt, oft ohne Auftrag durch Berlin streifen zu können. Geh raus und schau, was dir vor die Kamera läuft, hieß es dann.
Auf solchen Streifzügen entstanden Bilder wie das einer Warteschlange vor einer Telefonzelle auf dem Mittelstreifen der Warschauer Straße.

Auch das Baugeschehen und den Wandel in der Stadt hielten die Fotografen fest. Die Fotografen waren dabei, wenn die Menschen im Osten der Stadt ihren alltäglichen Besorgungen nachgingen, begleiteten sie in ihren Berufen. Ob der Schornsteinfeger auf dem Dach, die Bauarbeiter auf der Schönhauser Allee, oder die Werktätigen in den Kombinaten, der Alltag der Menschen und die Straßenszenen sind mit dem Abstand betrachtet eine für viele willkommene Erinnerung. Da ist die Familie, die endlich eine der begehrten größeren Wohnungen bekommt, dort die Modellbahn-Ausstellung am Alex. Das Bild, welches die ausgestellten Bilder von der Stadt vor dem Mauerbau zeigen, ist vielschichtig.
Ost-Berlin: Endlich eine größere Wohnung
Begleitend zu der Ausstellung „Das andere Leben. Ost-Berlin zwischen Mauerbau und Mauerfall“ findet am 7. Oktober eine kleine Gesprächsrunde mit den DDR-Pressefotografen Volkhard Kühl, Mario Rietz und Thomas Uhlemann statt. Die Historikerin Annette Vowinckel moderiert den Abend. Sie ist Leiterin der Abteilung „Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft“ am ZZF Potsdam, Professorin am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und Verfasserin des Buches „Agenten der Bilder. Fotografisches Handeln im 20. Jahrhundert“.

Die Ausstellung ist jeweils freitags von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Der Gesprächsabend findet am 7. Oktober um 19 Uhr in der Galerie der Agentur DDR-Fotoerbe statt, Pfarrstraße 113, um Anmeldung wird gebeten unter kontakt@ddrfotoerbe.de.



